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Garath
Fahrradtour mit Flüchtlingen

Garath. Acht Jugendliche aus Afghanistan leben im SOS-Kinderdorftreff in Garath. In den Sommerferien möchten sie eine Woche lang Deutschland mit dem Rad erkunden. Vorher lernen sie Verkehrsregeln. Von Simona Meier

Die Sommerferien beginnen in vier Wochen und auch die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die aktuell in Garath untergebracht sind, schmieden eifrig Pläne. "Wir möchten mit ihnen eine einwöchige Fahrradtour unternehmen", sagt Ulrike Greimers, Mitarbeiterin des SOS-Kinderdorfs. Sie gibt den 15- bis 17-jährigen Schülern Deutschunterricht an den Standorten in Garath und in Gerresheim. Von beiden Unterkünften sollen insgesamt 15 Jungs an der Aktion teilnehmen können.

Mitfahren werden die Betreuer, die auch jetzt für die Jugendlichen zuständig sind. Keiner von ihnen hat Angehörige dabei, alle sind beim SOS-Kinderdorf untergebracht. Einen Teil der Sommerferien verbringen einige der Jugendlichen in den Düsselferien, einem Angebot der Stadt. Geplant ist die Fahrradtour dann in der zweiten Hälfte der Sommerferien.

Die Idee zur Fahrradtour stammt von den Jugendlichen selbst. Sie möchten gerne zelten, mobil sein und Deutschland etwas besser kennenlernen. "Auch die Niederlande interessiert sie", sagt Ulrike Greimers.

Sie baut in ihren aktuellen Deutschunterricht bereits die Verkehrsregeln ein. Was noch fehlt, sind genügend Fahrräder. "Wir suchen Menschen, die uns ihre alten, verkehrstüchtigen Fahrräder für die Jugendlichen spenden", sagt sie. Kleinere Reparaturen an Bremsen oder defekten Reifen sind kein Problem.

Geplant ist, dass die jungen Flüchtlinge an einer mobilen Fahrradwerkstatt von "Hallo Fahrrad" teilnehmen. Dort lernen sie die notwendigen Handgriffe, um kleine Reparaturen am Rad selbst durchzuführen.

Bisher ist auch nicht ganz klar, ob alle wirklich Fahrrad fahren können. "Sie werden einen kleinen Kursus absolvieren", sagt Ulrike Greimers. Der umfasst im theoretischen Teil den Straßenverkehr und im praktischen Teil das Fahrrad fahren selbst sowie die Teilnahme an der Fahrrad-Werkstatt. Abschließend machen sie noch den Fahrrad-Führerschein.

Doch bevor die Rad-Tour starten kann, sind noch einige kurze Ausflüge in die nähere Umgebung geplant, damit die Jungs ein bisschen mehr Sicherheit gewinnen. Die Betreuer versprechen sich für die Jugendlichen auch zukünftig mehr Mobilität durchs Fahrrad. "Zu Fuß erkunden sie die Umgebung nicht so gerne. Es macht schon mehr Spaß, mit dem Rad flexibler unterwegs zu sein", sagt Greimers. Wer ein Fahrrad spenden möchte, kann es auch zu Hause abholen lassen.

Quelle: RP
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