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Gerresheim
Nachbarn und Flüchtlinge feiern gemeinsam

Gerresheim. In der Unterkunft an der Karlsbader Straße gab es Livemusik sowie Sport- und Spielangebote. Von Katharina Schneider-Bodien

In Düsseldorf sind in den vergangenen Wochen und Monaten zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen worden. Viele von ihnen wohnen nur provisorisch. Nicht jedoch in Gerresheim. Die Flüchtlingsunterkunft an der Karlsbader Straße ist seit Dezember bezogen. Auf dem rund 4900 Quadratmeter großen Grundstück wohnen derzeit knapp 200 Menschen in Einzel- und Familienwohneinheiten in drei zweigeschossigen Gebäuden. Betreut werden die Bewohner vom Caritasverband, dieser veranstaltete am Samstag mit Hilfe vieler haupt- und ehrenamtlicher Unterstützer ein Willkommensfest für alle Bewohner und Nachbarn. Bei Livemusik, einer Kaffeetafel mit frischen Waffeln und vielen Bastel-, Sport- und Spielangeboten kam man miteinander ins Gespräch. Im Alltag ist das meist nicht so einfach.

Unter den Flüchtlingen der Karlsbader Straße sind viele Familien mit kleinen Kindern, aber auch ein paar Jugendliche sind darunter. Die meisten von ihnen stammen aus Syrien oder Afghanistan. Nur Artur nicht. Er kommt aus Russland. Und Artur ist leidenschaftlicher Boxer. Der Jugendliche hat bereits in seiner alten Heimat geboxt. Hier in Düsseldorf hat ihn der Tus Gerresheim aufgenommen und gibt ihm die Möglichkeit regelmäßig und unter professionellen Bedingungen zu trainieren und so für ein paar Stunden aus dem Alltag zu entfliehen. Der Förderverein Düsseldorfer Boxvereine, wozu der Tus Gerresheim neben vier weiteren Vereinen aus dem Stadtgebiet gehört, ermöglicht es nämlich, jeweils zwei Jugendlichen regelmäßig bei ihnen zu trainieren.

Auch Jamal ist begeistert bei der Sache. Er ist erst vor fünf Monaten aus Syrien gekommen und hat in Deutschland zum ersten Mal geboxt. Seine Schlaghand kann sich schon jetzt sehen lassen. Beide Jugendliche zeigten den Zuschauern am Samstag stolz, was sie gelernt haben. "Ich freue mich, dass es für diese Jugendlichen so viele Angebote gibt," sagt Rosemarie Schmitt. Die Anwohnerin trifft viele der Bewohner regelmäßig beim Einkaufen. Aus Neugier ist sie zum Willkommensfest gekommen. "Es ist traurig, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir diese Menschen bei uns aufnehmen. Ich möchte mich informieren, wie ich mich einbringen kann," sagt die Rentnerin. Mit dieser Meinung stand sie am Samstag nicht alleine.

Quelle: RP
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