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Kaiserswerth
Kaiserswerth zeigt sich facettenreich

Kaiserswerth. Die dritte Sommernacht setzte auf Kultur, Sport und ein attraktives Kinderprogramm Von Petra Unland

Einen besseren Tag hätte sich der Gesprächskreis (GK) Kaiserswerth für seine dritte Kaiserswerther Sommernacht nicht aussuchen können. Ein laues Lüftchen umwehte am Samstag die Kaiserpfalz, als bereits am Nachmittag die ersten von 20 Aktivitäten vor allem jüngere Menschen anlockten. Auf dem Hof der Grundschule hatte die Kreativitätsschule KREA eimerweise Farbe bereit gestellt, so dass die Kinder einen riesigen Lebensbaum malen konnten. Lilly und Nick Blomenkamp beratschlagten sich mit dem Künstler David Salomon über die Farbgebung. "Ich nehme nur Blau", sagte Lily. Salomon gehört zum Wagenbauer-Team von Jacques Tilly. "Wir laden die Kinder jedes Jahr zu uns ein, damit sie uns bei der Arbeit zusehen können", erklärte Salomon die Kooperation mit dem Verein.

Ein entwicklungsförderndes Miteinander wird auch von Schulen und Sportvereinen gepflegt. Das bewiesen der Judo-Club Kaiserswerth ebenso wie der Tennis-Club. Beide präsentierten ihren Sport, und wer Lust hatte, durfte direkt seine Fähigkeiten ausprobieren. Mehr ums Zuschauen ging es bei den Vorführungen der Ballerinen, die in der Sporthalle des Sankt-Suitbertus-Gymnasiums das Publikum durch Anmut und Können verzauberten. Beeindrucken konnten auch die Exponate der Kunstkurse des Gymnasiums. Fünftklässler Carsten Schell Zumaya stellte die Entstehung seines Projekts für eine Forschungsstation in einer gefährlichen Lage vor: "Die schwebende Insel Carax ist von Riesenameisen bewohnt, daher steht sie auf Bechern." Die Kinder genossen die Aufmerksamkeit von Eltern und Besuchern, die in die Klassenräume kamen und staunten, wie ideenreich der Nachwuchs sein kann, wenn er qualifiziert angeleitet wird. Der Literaturkurs das Theodor-Fliedner-Gymnasium nahm sich Lesezeit, um in einer Buchhandlung eigene Geschichten vorzutragen. Inhaberin Christina Esch schätzt den Einsatz der Pädagogen. "Wir fördern das Lesen in allen Schulformen", erläuterte sie ihren Einsatz, der auch die I-Dötzchen nicht vernachlässige. Zusammenarbeit war das Stichwort für die gesamte Veranstaltung. Es gelte, Synergien zu entdecken und zu fördern, so resümierte Thomas Schumacher, GK-Initiator und Projektmanager von Beruf, den Sinn der Aktivitäten. "Ich bin sehr zufrieden", stellte er gegen Abend fest, als die Gastronomie auf Hochtouren arbeitete. Es wurde sogar im Hospiz lauter, weil dem Dichter und Seelsorger Friedrich Spee in einem Vortrag gedacht wurde. Während die Band State of Mind vor der Kaiserpfalz gerade den ersten Song intonierte, war auch Benjamin Niedenhoff, Sommelier im nahe gelegenen Sterne-Restaurant, sichtlich gespannt. Er hatte für das Sommernachtsmenue "Una notte d'estate" die Weine ausgesucht, allesamt italienisch, sehr hochwertig, und der Gast durfte so viel trinken wie er mochte, weil sein Chef, er meinte Sterne-Koch Jean-Claude Bourgueil, "im Herzen Kaiserswerther ist".

Der Kaiserswerther ließ es sich auch bei Pizza und Sushi gut gehen, wie die voll besetzten Plätze auf dem Markt und im Klemensviertel bewiesen. Alexandra Stoffel vom GK brachte es auf den Punkt: "Wir sind eben ein lebendiger Stadtteil mit vielen Facetten."

Quelle: RP
 
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