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Düsseldorf
Podzorski: "Ohne Disziplin geht nichts"

Düsseldorf: Podzorski: "Ohne Disziplin geht nichts"
So sieht man Karol Podzorski an jedem Wochenende: Leidenschaftlich coacht der Pole seine Schützlinge von der Trainerbank aus. FOTO: Falk Janning
Oberkassel. Der Nachwuchstrainer des Düsseldorfer HC feiert mit seinen Mannschaften regelmäßig große Erfolge. In diesem Jahr führte er die Mannschaft der Knaben A völlig überraschend zur Deutschen Meisterschaft in der Halle. Von Falk Janning

Karol Podzorski ist ein Glücksfall für den Düsseldorfer HC. Kein Trainer arbeitet bei dem Ho-ckeyklub vom Seestern mit größerem Erfolg mit dem Nachwuchs. Gerade erst hat der 50-Jährige die Knaben A des DHC überraschend zur Deutschen Meisterschaft geführt. Mit einem 2:1-Sieg im Endspiel ge-gen den alten Rivalen Uhlenhorst Mülheim errang die Mannschaft den Wintertitel. Niemand hatte das nach dem Umbau der Mannschaft für möglich gehalten.

Aber Podzorski hatte die Mannschaft optimal vorbereitet und dafür gesorgt, dass sie auf den Punkt topfit war und sich in überragender Weise durchsetzte. In der Endrunde zur Westdeutschen Meisterschaft gab es lauter Kantersiege: 4:2 gegen Schwarz-Weiß Bonn und 6:1 gegen Schwarz-Weiß Köln in der Vorrunde, 6:1 gegen Marienburger SC im Halbfinale, 6:2 gegen Uhlenhorst Mülheim im Finale.

Weiter ging es bei der Endrunde der Deutschen Meisterschaft: Podzorskis Knaben A holten sich durch ein 2:2 gegen Alster, ein 2:1 gegen die Stuttgarter Kickers und ein 4:0 gegen München den Sieg in der Vorrundengruppe. Im Halbfinale bezwangen sie Braunschweig im Sieben-Meter-Schießen. Und schließlich triumphierten sie im Finale erneut über den Konkurrenten aus Mülheim. Der hatte im vergangenen Jahr die Titel auf dem Feld und in der Halle geholt. Diesmal drehte der DHC den Spieß um und feierte den Doppeltriumph.

Podzorski hat damit erneut sein Können im Umgang mit Jungen-Teams bewiesen. Der frühere polnische Nationalspieler ist beim DHC konstant erfolgreich und hat schon viele Titel gewonnen, weil seine Schützlinge sein autoritäres Konzept akzeptieren. Die Eltern beschreiben es als "liebevolle Strenge". Von seinen Spielern erwartet der Coach bei der Umsetzung seiner Taktik äußerste Zuverlässigkeit und Disziplin. Podzorski hat ein Baukastensystem entwickelt, in dem jedes Teammitglied mit seinem Nebenmann eng verzahnt ist und sich auf den Nebenmann absolut verlassen muss.

"Ohne Disziplin geht nichts", sagt der Coach, "vor allem nicht im Mannschaftssport. Darüber hinaus versuche ich, die soziale Dynamik auszunutzen." Das ist ihm beim jüngsten Erfolg blendend gelungen. "Die Knaben A haben mit Masi Pfandt, Ben Kramer und einigen andere sehr starke Individuen, trotzdem haben sie blendend als Einheit funktioniert", sagt er. "Der Deutsche Meistertitel war eine Mannschaftsleistung. Das Team hat eine unglaublich starke Einheit gebildet und es so geschafft, als Erster zu überraschen."

Podzorskis Stärke ist die Sorgsamkeit und Akribie, mit der er die Teams betreut. "Um erfolgreich zu sein, müssen auch die kleinsten Kleinigkeiten stimmen", sagt er. "Damit kann man sich auf diesem Niveau von den Konkurrenten abheben."

Seine größten Erfolge hatte er bislang mit dem Jahrgang 1999/2000, mit dem er bereits vor zwei Jahren Deutscher Meister in der Halle und auf dem Feld gewesen war. Podzorski begann seine Hockeylaufbahn in Südpolen, spielte für Lech Posen, später ein Jahr in Rom und vier Jahre in Sizilien. Mehr als 200 Länderspiele absolvierte er für Polen. Vor sechs Jahren wechselte Podzorski vom Rheydter SV zum Seestern.

Quelle: RP
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