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Grevenbroich
Artenvielfalt auf rekultivierten Flächen

Grevenbroich: Artenvielfalt auf rekultivierten Flächen
Die zu Grevenbroich gehörende Königshovener Höhe ist eine der an Flora und Fauna besonders artenreichen Flächen. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Bei einer Fachtagung von RWE Power zur Vielfalt von Flora und Fauna in rekultivierten Landschaften trat auch Hilmar Freiherr von Münchhausen für die Deutsche Wildtierstiftung auf. Er kündigte den emotionalen Kinofilm "Bambi II" an. Von Gundhild Tillmanns

Nicht aus dem Reich des Fabulierens und des Märchenhaften, wie es seinem berühmten Vorfahren nachgesagt wurde, sondern aus dem Reich der Wildtiere wusste Freiherr Hilmar von Münchhausen gestern bei der Fachtagung von RWE Power zum Thema Biodiversität packend zu erzählen. Als Sprecher der Deutschen Wildtier-Stiftung hatte Freiherr von Münchhausen auch gute Ratschläge für das Rheinische Braunkohlerevier und insbesondere für die rekultivierten, an Flora und Fauna artenreichen Flächen parat: Er empfahl Webcams, um scheue Tiere bei der Brut zu beobachten und diese "emotional-anrührenden Szenen" ins Internet zu stellen.

Nur über die Emotionen seien Kinder, Jugendliche, aber auch alle anderen Menschen für Tiere und den Naturschutz zu begeistern, hat von Münchhausen bei vielzähligen Projekten "seiner" Stiftung beobachtet. Die Emotionen soll auch ein zur Zeit im Auftrag der Stiftung produzierter Kinofilm "Bambi II" wecken. Darin soll "Bambi" nicht als Trickfilm, sondern als echtes Tier beispielsweise in einer Szene gezeigt werden, wie es den Tod bringenden Mähdrescher auf sich zukommen sieht. Wie kürzlich berichtet, hat es auch in Grevenbroich bei der Mahd schon wieder etliche tote Rehe gegeben. Als Botschaft an RWE Power kündigte Münchhausen an: "Keine Windkraftanlagen in Wäldern!", dafür setzte sich seine Stiftung sehr streitbar zum Tier- und Artenschutz ein.Und zwei Lehrer im Publikum gaben dem Referenten Recht, dass Bewusstsein und Interesse für Natur und Naturschutz in den Lehrplänen auch der örtlichen Schulen viel zu kurz kommen.

Hilmar Freiherr von Münchhausen gestern bei der RWE-Tagung. FOTO: gt

Als Experte für Rekultivierung und Artenvielfalt trat gestern Gregor Eßer von der RWE-Forschungsstelle Rekultivierung auf. Er sehe in der Rekultivierung eine echte Chance, Landschaften mit einer außergewöhnlich großen und auch seltenen Artenvielfalt zu schaffen. So sei es gelungen, aus aufgeschütteten oder mit Wasser aufgefülltem Kohletagebau Wiesen, Wälder, Biotope und Seen zu schaffen, in denen mittlerweile 3000 Tier- und 1600 Pflanzenarten zu Hause seien.

Eßer zeigte Fotos von Bibern, Ringelnattern, seltenen Vogelarten, oder von Orchideen und von rekultivierten Wäldern in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstadien bis hin zum Altwald: "Wir haben schon vor 100 Jahren rekultiviert, und was da mittlerweile entstanden ist, das sieht nicht nur aus wie Wald, das ist Wald", sagte der Diplom-Geologe und Green-Development-Master.

Aktuell steht bei der Rekultivierung aus dem Tagebau Garzweiler ein 2700 Hektar großes Areal an. Mit der Gewinnung von Ackerland ist unmittelbar am Tagebaurand mit einer Fläche begonnen worden, auf der tiefwurzelnde Luzerne zur Bodenvorbereitung gepflanzt wird. Zuvor sind zwei Meter Lößboden aus den Depots aufgebracht worden, die beim Abraum aus dem Tagebau angelegt werden. Für Artenvielfalt soll dann auf einem Grünstreifen entlang des Kelzenberger Baches und mit einem Übergang zum Elsbachtal gesorgt werden.

Quelle: NGZ
 
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