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Grevenbroich
Friede als eine der größten Aufgaben

Grevenbroich: Friede als eine der größten Aufgaben
Stellvertretender Bürgermeister Edmund Feuster appellierte, die Opfer nicht zu vergessen und weiter aktiv am Frieden mitzuarbeiten. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Mahnende Worte bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Ehrenmal.

Frieden ist in Europa auch im 21. Jahrhundert ein "höchst zerbrechliches Gut". Mahnende Worte fand stellvertretender Bürgermeister Edmund Feuster, der bei der Gedenkfeier für die Gefallenen und Opfer beider Weltkriege sowie der Verfolgten am Ehrenmal auf dem Friedhof in Grevenbroich den Bogen von der Vergangenheit ins Jetzt spannte. "Wenn wir die Opfer vergessen, sterben sie ein zweites Mal. Dann werden sie nicht nur um ihr Leben, sondern auch um ihre Botschaft betrogen. Sie zeigen, wohin Hass, Gewalt und Verblendung führen", erklärte Feuster nach dem Gedenkzug vom Markt zum Friedhof. Zur Feier eingeladen hatte der Verein Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Vertreter unter anderem der Schützen, Feuerwehr, Bundeswehr, des Roten Kreuzes, von Verbänden und Vereinen reihten sich in den Zug ein. Auch in anderen Stadtteilen wurde der Toten gedacht.

Anlass, die Botschaft der Opfer zu beachten, sieht Feuster reichlich. Die Welt sei alles andere als ein friedlicher Ort. Im Nahen Osten, in Afrika und Asien "toben schreckliche Kämpfe. Der Angriff auf das deutsche Konsulat in Kundus zeigt, wie verwundbar wir sind." Auch antidemokratische Entwicklungen in der Türkei würden Anlass zur Sorge geben. Und das Ergebnis der Präsidentenwahl in den USA "sorge für erhebliche Irritationen. Die Macht von Demagogen ist besorgniserregend", sagte Feuster.

Und Europa? 800 Flüchtlinge seien nach Grevenbroich gekommen, "sie hoffen in Deutschland auf ein Leben in Frieden. Doch wie sicher ist Deutschland, ist Europa noch?" Radikale Islamisten wollten "Angst und Schrecken verbreiten". Zugleich stecke Europa in einer tiefen Krise. "Abschottungspolitik und Nationalismus greifen in vielen EU-Staaten um sich. Ein Klima, in dem Populisten leichtes Spiel haben." Edmund Feuster appellierte: "Wir dürfen nicht nachlassen, den Mund aufzumachen. Der Friede ist eine der größten Aufgaben der Menschheit. Wir alle sind aufgerufen, daran mitzuarbeiten."

Sein Dank galt unter anderem 32 Helfern unter Regie von Schützenoberst Joachim Schwedhelm, die sich um die "Herrichtung des Kriegsgräberfeldes und um die Grabplatten von Zwangsarbeitern verdient gemacht" hatten.

(cso-)
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