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Grevenbroich
Streit um Ölschlamm in Neuenhausen

Grevenbroich: Streit um Ölschlamm in Neuenhausen
Auf der 2007 geschlossenen Sondermülldeponie wurden 4000 Tonnen Bohrschlämme verkippt. FOTO: ATI
Grevenbroich. Bohrschlämme aus der niedersächsischen Erdöl- und Erdgasförderung sind auch in Grevenbroich deponiert worden. Rund 4000 Tonnen des ölhaltiges Material wurden 2007 auf der Sondermülldeponie in Neuenhausen entsorgt - kurz bevor die Kippe auf dem Welchenberg geschlossen wurde.

Das geht aus einem Bericht des NRW-Umweltministeriums hervor. Danach gehört die frühere, für gefährliche Abfälle bestimmte Deponie zu einer von drei in NRW, auf denen bislang Bohrschlämme aus Niedersachsen gelagert wurden.

"Dabei hat es sich um die letzte Ablagerung vor der Schließung der Anlage", sagt Michael Schneider, Sprecher der Remondis-Gruppe. Die Remondis Industrie Service GmbH ist Eigentümerin der Deponie. Er versichert: "Von dem Material geht keine Gefahr aus. Denn es handelt sich nicht um künstlich mit Schadstoffen angereichertes Material." Die Ölschlämme würden nur Substanzen enthalten, "die im Erdreichvorkommen". Allerdings dürften die ölhaltigen Bohrschlämme nicht in das Grundwasser gelangen. "Die Deponie ist nach unten mit einer Tonschicht und mit einer Kunststoff-Folie abgedichtet", so Michael Schneider.

Wie der für Grevenbroich zuständige Landtagsabgeordnete Rainer Thiel (SPD) gestern betonte, gebe es nach seinen Informationen "keinen Anlass zu Beunruhigung". Die ehemalige Sondermülldeponie werde streng überwacht, es seien dort keine Überschreitungen von Grenzwerten festgestellt worden. "Der Quecksilber-Wert liegt zum Beispiel hart an der Nachweisgrenze", sagte Thiel. Nach Meinung des Landtagsabgeordneten müsse Niedersachsen allmählich aber Vorsorge treffen, um Sonderabfall auf eigenem Gebiet zu entsorgen. Das sieht Rolf Behrens, Sprecher der Ortsgruppe Grevenbroich im Bund für Umwelt und Naturschutz, ähnlich: "Wir sind der Ansicht, dass der Müll dort deponiert werden soll, wo er entsteht - auch damit beim Transport keine Gefährdung eintritt." Der BUND fordere die NRW-Landesregierung auf, "Gespräche aufzunehmen, damit Bohrschlämme aus Niedersachsen nicht weiter in NRW abgelagert werden."

In deutlich größerem Maße als in Neuenhausen wurden laut Ministerium ölhaltige Bohrschlämme auf einer Remondis-Sondermülldeponie in Hürth-Knapsack gelagert. Dort wurden bis 2013 etwa 340.000 Tonnen abgekippt. Auch in Zukunft sollen Bohrschlämme aus Niedersachsen nach NRW kommen: Die in 34 Ländern tätige Unternehmensgruppe Remondis hat laut Michael Schneider den Auftrag erhalten, die Bohrschlammgrube "Erika" in Geeste auszukoffern. Ölhaltige Bohrschlämme von dort sollen in Hünxe deponiert werden. "Das Land Niedersachsen lässt die Bohrschlammgruben überprüfen, welche Schadstoffe enthalten sind und ob sie auf Deponien gelagert werden müssen", sagt Michael Schneider. Für ihn sei das "praktizierter Umweltschutz".

(cso-/wilp)
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