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Jüchen
Gemeinde plant Klimaschutzsiedlung

Jüchen: Gemeinde plant Klimaschutzsiedlung
Die Gemeinde Jüchen bringt sich hauptsächlich in den Innovationsraum Garzweiler ein (links oben) - er ist einer der sieben Räume der IRR. "F5" bezeichnet die "Grüne Fuge", "W1" neue Wohnbauflächen. FOTO: IRR
Jüchen. Mit vier Vorhaben will sich Jüchen am Ideenwettbewerb der "Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR)" beteiligen. Neben Grüngestaltung an der Tagebaukante und einem Windpark geht es um eine Klimaschutzsiedlung in Otzenrath. Von Daniela Buschkamp

Jüchens erste Klimaschutzsiedlung, ein Windpark, die "Grüne Fuge" am Tagebaurand bei Hochneukirch und die Zusammenarbeit mit vier anderen Tagebau-Kommunen als Planungsverband - das sind vier Projekte, mit denen sich die Gemeindeverwaltung Jüchen im "Innovationsraum Garzweiler" am Ideenwettbewerb der "Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR) GmbH" beteiligt. Gemeinsam mit Grevenbroich gehört Jüchen zudem zu einem zweiten Innovationsraum "3E: Erft, Energie, Entwicklung" (vormals "Neue Erft"). Bis 28. August müssen diese Ideen eingereicht werden.

Die Gemeindeverwaltung sieht in dem Wettbewerb viel Potenzial: "Wir wollen gute, aussichtsreiche Projekte einreichen", erläuterte Bürgermeister Harald Zillikens vor den Planungspolitikern. Diese müssen bestimmte Kriterien wie regionale Bedeutsamkeit, Nachhaltigkeit, Übertragbarkeit, Kompetenz/überdurchschnittliche Qualität und Innovationskraft erfüllen. Denn schließlich bestehe für ausgewählte Ideen die Möglichkeit einer Finanzierung durch spezielle Programme wie Städtebauförderung oder KlimaExpoNRW. Für die bisherigen Vorschläge gab es Lob von der SPD: "Ein überzeugendes Konzept; interessant ist die Fördermöglichkeit", sagte SPD-Fraktionschef Holger Tesmann.

Das spannendste Projekt verspricht eine Klimaschutzsiedlung, deren Energieverbrauch Passivhaus-Standard entspricht, zu werden. Dafür hat die Verwaltung drei Areale überprüft - in Otzenrath-Süd unweit des Pfadfinderplatzes, am Nordring in Hochneukirch und am Ortsausgang Richtung Mönchengladbach im geplanten Neubaugebiet "Jüchen-West". Favorit ist die Fläche in Otzenrath, die gemeinsam mit RWE Power entwickelt werden soll. Bei der Vorauswahl war nicht die Nähe zum Tagebau entscheidend, sondern auch die Größe. Zudem musste laut Zillikens auch auf die Umgebung geachtet werden: Im Bestand - mit bereits vorhandenen Häusern in der Nähe - sei ein solches Vorhaben schwer zu verwirklichen. Genau das hatte die SPD mit ihrem Vorschlag auf den Tisch gebracht. Sie wollte eine Brachfläche in Hochneukirch dafür nutzen. "Das ist seit 25 Jahren ein Ärgernis", erläuterte Holger Tesmann. "Bisher haben wir keine Einigung mit den sechs Eigentümern erzielen können", sagte Zillikens. Man wolle es aber gern erneut versuchen. Im Süden der Gemeinde, im rekultivierten Tagebau, sollen weitere Windräder errichtet werden. An der Detailplanung arbeitet die Verwaltung zurzeit.

Quelle: NGZ
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