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Kaarst
Brasilien ganz familiär kennengelernt

Kaarst. Elisabeth Niemöhlmann war mit Unterstützung des RC Kaarst-Korschenbroich ein Jahr im Ausland.

Bei der Fernseh-Übertragung der Eröffnungsfeier für die Olympischen Spiele glaubte Elisabeth Niemöhlmann ihren Augen nicht zu trauen: Einer der Tänzer im Maracana-Stadion war noch vor wenigen Wochen ihr Tanzlehrer. Gerade ist die 19-Jährige von einem Austauschjahr in Brasilien zurückgekehrt - im Gepäck eine neuerworbene Sprache, viele neue Freunde in aller Welt sowie Einblicke in einen ungewohnten Alltag.

Ein Highschool-Jahr in den USA hatte es werden sollen. Im Juli 2015, wenige Wochen nach ihrem Abitur am Neusser Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, landete Elisabeth dann im südbrasilianischen Bundesstaat Sao Paulo. Dort, in der 350.000-Einwohner-Stadt Bauru, Heimat des legendären Fußballers Pelé, besuchte sie das Colégio Dinâmico. Nach den Sommerferien zu Weihnachten hatte sie Gelegenheit, in den Hochschulbetrieb hineinzuschnuppern. Und natürlich, das Land kennenzulernen.

Was ihr als Erstes auffiel: die etwas unverbindlichere Art der Südamerikaner. ",Das machen wir morgen' heißt noch lange nicht, dass etwas am nächsten Tag erledigt wird", berichtet Elisabeth lachend. Auch der lockere Umgangston in der Schule war ihr zunächst fremd. "Teilweise umarmen sich Lehrer und Schüler zur Begrüßung und sprechen sich mit Vornamen an", erzählt sie.

Eine Umstellung erforderte auch der Speiseplan: Dunkles Brot? Fehlanzeige. Dafür gehörten zur Hauptmahlzeit täglich Bohnen und Reis. Und jede Menge Fleisch. "Eigentlich gibt es ständig Churrasco, das brasilianische Barbecue", erzählt die 19-Jährige, die das Angebot an frischen Früchten genoss - vor allem die Acai-Frucht, die in zahlreichen Variationen in regelrechten Acai-Bars serviert wird. Noch weit mehr exotische Gewächse und Tiere in freier Wildbahn sah sie auf ihren Reisen durch das riesengroße Land. Im Amazonas-Gebiet etwa angelte sie nach Piranhas, kam ganz nah an einen Alligator heran und schwamm mit rosa Delfinen.

Die Dünenlandschaft nahe Jericoacoara und der herrliche Strand von Canoa Quebrada, die aufregende Stadt Manaus, bunte Häuser in Fortaleza und freilebende Affen im Urwald begeisterten die angehende Studentin, aber auch ein Abstecher in die Ruinenstadt Machu Picchu und zu den Nasca-Linien in Peru sowie zu den Iguazú-Wasserfällen im Grenzgebiet zu Argentinien gehörten zu den besonderen Erlebnissen.

Möglich gemacht hat das der Rotary-Club Kaarst-Korschenbroich, der im Gegenzug die 18-jährige Kolumbianerin Tatiana Camacho Durán aufnahm. "Rotary sieht sich in der Verpflichtung, mit seinem Austauschprogramm die Völkerverständigung zu fördern", sagt Pastpräsident Stephan Schneider. "Nutznießer dieses weltweit größten privaten Programms sind mehrheitlich Kinder nichtrotarischer Familien, was den selbstlosen Servicegedanken unterstreichen mag."

Quelle: NGZ
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