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Kaarst
Kabarett-"Schlachtplatte" über Themen des Jahres

Kaarst. Wenn bekannte Kabarettisten als Gruppe auftreten, ist eine "Schlachtplatte" angesagt. In ständig wechselnder Besetzung wird Jahresbilanz gezogen - wie jetzt im ausverkauften Albert-Einstein-Forum. Vom Freihandelsabkommen TTIP über Pegida bis zum VW-Abgasskandal und Flüchtlingsstrom - an Themen mangelte es nicht. Und an Spielfreude sowieso nicht.

Jens Neutag, Maria Grund-Scholer, Robert Griess und "Onkel Fisch" (Adrian Engels und Markus Riedinger) konnten aus dem Vollen schöpfen. Mit der "MS Schlachtplatte" umschifften sie nichts, sondern hielten entschlossen drauf los. Die Sketche waren kurzweilig, voller Spielfreude, sie wurden vom gesamten Ensemble, aber auch von einzelnen Akteuren präsentiert. Sie hatten das Jahr 2015 gründlich nach Absurditäten abgesucht.

Robert Griess mimte den fundamentalen Grünen, der sich, wenn schon Krieg, dann doch "Fair kill" wünscht. Jens Neutag schlüpfte in die Rolle des Flüchtlingsverstehers, der mitfühlt, wie schwer es für die Fremden ist, mit den doch sehr speziellen Deutschen klarzukommen. Adrian Engels und Markus Riedinger verkörperten Winnetou und Old Shatterhand - es ging um das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP.

Auch die Angst vor dem Erstarken der Rechten trieb die "Seeleute" aus der "MS Schlachtplatte" um. Dazu gehörten auch pfiffige Wortspielereien - ein Buchstabe kann den Unterschied machen: Bin Laden beziehungsweise Bio Laden. Das Gute und das Schlechte liegen so nah beieinander. Maria Grund-Scholer verkörperte unter anderem Angela Merkel - sie schüttete den Zuschauern in persönlich schweren Zeiten ihr Herz aus: "Man kann es sich nicht immer aussuchen - da geht es mir wie meinen Flüchtlingen."

(barni)
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