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Landratswahl Korschenbroich
Sagen Sie mal, Herr Petrauschke - Kandidaten zur Sache

Landratswahl Korschenbroich: Hans-Jürgen Petrauschke
Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) wird auch von der FDP und UWG im Kreis unterstützt. FOTO: RKN
Korschenbroich. Amtsinhaber Hans-Jürgen Petrauschke und Herausforderer Hans Christian Markert sind bei der Landratswahl am
13. September die Kandidaten, die von den beiden größten Gruppierungen im Rhein-Kreis unterstützt werden.

Mit der Energiewende zeichnet sich das Aus für die Braunkohle ab. Alle Parteien betonen, dass sie einen Strukturwandel und keinen Strukturbruch wollen. Was unterscheidet Ihr Konzept von dem Ihres Mitbewerbers?

Ich trete für eine kluge Energiewende mit Augenmaß ein. Nicht erst seit dem Wahlkampf setze ich mich für die heimische, subventionsfreie Braunkohle und die betroffenen Arbeitsplätze ein. Ohne preiswerten Strom in der Grundlast sind auch die Arbeitsplätze in der Aluminium-, Chemie- und Lebensmittelindustrie gefährdet. Die Grünen im Land wollen den schnelleren Braunkohleausstieg und riskieren einen Strukturbruch in der Region. Bis zum Auslaufen der Braunkohle 2045 brauchen wir einen verlässlichen Weg ohne ideologisches Störfeuer. Den Strukturwandel haben wir bei uns längst eingeleitet. Heute arbeiten bei uns allein 90 000 Menschen in Handel und Dienstleistung und 20 000 in der Logistik.

An der Finanzierung des Kreises über eine Umlage der kreisangehörigen Kommunen entzündet sich immer wieder Streit. Wie schafft es der Kreis, seine Kommunen so gering wie möglich zu belasten?

Der Kreis agiert seit Jahren sparsam und gemeindefreundlich, wie von der Regierungspräsidentin bestätigt. Die Einnahmen aus der Kreisumlage decken nicht einmal die Kosten für die Sozialaufwendungen, die wir als Kreis tragen müssen. Nicht der Kreis, sondern eine unzureichende Finanzausstattung des Landes ist ursächlich für die Schieflage. Mit dem Doppelhaushalt 2014/2015 haben wir trotzdem den Hebesatz der Kreisumlage gesenkt. Gleichzeitig setzen wir die Entschuldung fort und haben seit 2009 alleine 6 Millionen Euro Zinsen gespart. Dagegen belastet die rot-grüne Landesregierung die Kommunen durch Kommunalsoli usw.

Welche Probleme muss der Rhein-Kreis bei der weiteren Umsetzung der Inklusion vordringlich lösen?

Wir fördern mit unserem Kreisentenwicklungskonzept Inklusion auf allen Ebenen, aber mit Augenmaß. Dazu gehören neben Schule auch die Bereiche Mobilität, Sport, Arbeit, Wohnen und Pflege. Anders als Rot-Grün möchte ich die Förderschulen für alle Förderschwerpunkte erhalten, damit Eltern eine echte Wahlfreiheit haben. Nicht eine Schule für alle, sondern für jeden die richtige Schule! Der optimale Förderort für die Kinder muss im Vordergrund stehen.

Was kann der Rhein-Kreis tun, um die Kommunen bei der Bewältigung der Probleme im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen zu unterstützen?

Zum Beispiel durch Mitarbeiter meines Kreisgesundheitsamtes, die Erstuntersuchungen von Flüchtlingen vorzunehmen; Röntgenuntersuchungen in unseren Kreiskrankenhäusern, Versorgung der Notunterkünfte durch Krankenhausküche; Unterstützung in logistischen Fragen. Wir unterstützen unsere Städte aber auch bei der Forderung nach angemessener finanzieller Unterstützung durch Bund und Land. Während andere Bundesländer – wie Bayern – den Kommunen 100 Prozent ihrer Ausgaben für Flüchtlingsunterbringung erstatten, wurde ihnen 2014 in NRW nur ein Fünftel erstattet.

Wie sichern Sie eine qualitativ hochwertige und ortsnahe Krankenhausversorgung? Gehört dazu auch eine engere Kooperation der Kreiskliniken mit den Häusern in städtischer und kirchlicher Trägerschaft?

Um die gute Versorgung zu erhalten müssen wir kreativ sein, zusammenarbeiten und investieren. Seit 2009 haben unsere Kreiskrankenhäuser über 25,8 Millionen Euro investiert, weitere 23,8 Millionen Euro sind ab 2015 für eine moderne Intensivstation/OP und Zentralküche vorgesehen. Wir kooperieren bereits heute mit anderen Kliniken zum Beispiel im Ausbildungszentrum für Krankenpflegeberufe und im Netzwerk Brustzentrum. Ziel: Die Zusammenarbeit weiter ausbauen, ohne dass Standorte für eine ortsnahe Patientenversorgung aufgegeben werden müssen.

 
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