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Krefeld
Flüchtlingsheim in Stahldorf geplant

Krefeld: Flüchtlingsheim in Stahldorf geplant
Die Theodor-Heuss-Hauptschule Stahldorf läuft aus. Die Stadt prüft derzeit, ob das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden kann. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Das Gebäude der auslaufenden Hauptschule am Wehrhahnweg soll zur Unterkunft umgebaut werden. Entlastung bei den Flüchtlingen ist nicht in Sicht - auch deshalb, weil nicht konsequent abgeschoben wird. Von Jens Voss

In Deutschland werden weiterhin abgelehnte Asylbewerber oder Flüchtlinge aus sogenannten Sicheren Herkunftsstaaten nicht so konsequent abgeschoben, dass Kommunen wie Krefeld spürbar entlastet werden. Krefeld beherbergt zurzeit rund 1250 Flüchtlinge - die Hälfte davon kommt aus den EU-Beitrittskandidaten Serbien, Albanien und Mazedonien sowie den potenziellen Beitrittskandidaten Bosnien und Herzegowina und Kosovo. "Bisher ist die Entwicklung hin zu höheren Abschiebequoten für uns nicht erkennbar", sagte der zuständige Amtsleiter Wolfram Gottschalk auf Anfrage. Dass es ginge, zeigt die Aktion Anfang des Jahres, als die Länder auf den dramatischen Anstieg von Flüchtlingen aus dem Kosovo mit Schnell-Abschiebungen reagierten.

Weiterhin unbefriedigend bleibt aus Sicht der Kommunen auch die Erstattung der Kosten. Krefeld rechne weiterhin damit, bis zum Jahresende insgesamt 1800 Flüchtlinge aufnehmen zu müssen, erläuterte Gottschalk.

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Das sei mit Kosten von rund 15 Millionen Euro verbunden - bislang kann die Stadt mit 3,2 Millionen Euro Erstattung vom Land rechnen, also gut 20 Prozent. "Nordrhein-Westfalen ist damit im hinteren Bereich der Erstattung. Andere Bundesländer wie Bayern erstatten ihren Kommunen 80 bis 90 Prozent der Kosten", sagt Gottschalk. Der Anstieg der Flüchtlingszahlen in Krefeld ist bislang schwach und liegt nicht über den Planungen. "Das gilt trotz der zusätzlich für Deutschland erwarteten 450 000 Flüchtlinge in diesem Jahr", sagt Gottschalk. Pro 100 000 Flüchtlingen für Deutschland hat Krefeld mit etwa 250 Flüchtlingen zu rechnen. Seit Ende 2014 gibt es in Krefeld netto 100 Flüchtlingen mehr (Stand Ende April). Die Stadt rechnet nicht mit einer raschen Entspannung und will weitere Flüchtlingsunterkünfte schaffen. Ein Kandidat: das Gebäude der auslaufenden Theodor-Heuss-Hauptschule am Wehrhahnweg. "Wir prüfen zurzeit, ob die Schule baulich zu vertretbaren Kosten so umgestaltet werden kann, dass wir das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft gewinnen können", erläutert Gottschalk. Entschieden sei noch nichts, doch das Ziel sei schon, das Gebäude für diesen Zweck nutzen zu können.

Dennoch setzt die Stadt Krefeld weiterhin auf ein dezentrales Unterbringungskonzept - möglichst viele Flüchtlinge sollen nicht in Sammelunterkünften, sondern dezentral in Wohnungen untergebracht werden. Dennoch werden Sammelunterkünfte gebraucht, um den oft sehr kurzfristig nach Krefeld geschickten Menschen ein Dach über dem Kopf bieten zu können.

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In Krefeld sind rund 700 Flüchtlinge in Wohnungen und rund 550 Flüchtlinge in Sammelunterkünften untergebracht.

Quelle: RP
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