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Lokalsport
TSV Bayer 04 - noch 365 Tage bis Rio

Leverkusen. In einem Jahr beginnen die Olympischen Spiele in Brasilien. TSV-Akteure besuchten bei einem "Rio-Tag" die Kinder-Feriensportwoche. Von Patrick Scherer

Als Robin Schembera die Ziellinie kurz nach seinem Kontrahenten auf der Nebenbahn überquert, schüttelt er lachend den Kopf: "Noch ein Jahr bis Olympia und schon die erste Niederlage, so schnell kann es gehen", sagte der 800-Meter-Läufer des TSV Bayer 04. Gestern rief der TSV den "Rio-Tag" aus, denn in exakt 365 Tagen starten die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro.

Zusammen mit seinen Vereinskollegen Christoph Kneip (Fechten), Felix Streng (Sprint, Paralympics) und Franziska Liebhardt (Kugelstoßen, Paralympics) besuchte Schembera die Feriensportwoche auf der Kurt-Rieß-Anlage und nahm dabei am Staffellauf der Acht- bis 14-Jährigen teil. "Es macht mir großen Spaß, Kinder für Sport zu motivieren - egal für welche Sportart", sagt der 26-Jährige. "Wenn sie sich dann am Ende noch für die Leichtathletik entscheiden, bin ich noch glücklicher."

Die brasilianische Metropole ist für alle Athleten aber noch weit im Hinterkopf versteckt. "Erst nach den Weltmeisterschaften richtet sich der Fokus auf Olympia", sagt Felix Streng, der mit amputiertem Unterschenkel Ende Oktober in Katar um Medaillen sprintet. Danach ändern sich die Trainingspläne der Athleten im Hinblick auf Rio. "Wir fahren häufiger ins Trainingslager als sonst", sagt Streng.

Schembera ergänzt: "Es gibt zwei Höhentrainingslager in den USA und Kenia und ein verkürzte Hallensaison, danach kommt es darauf an, in Wettkampfform zu kommen." Die Nominierungswerte, anhand derer der Deutsche Leichtathletik- bzw. der Deutsche Behindertensport-Verband die Teilnehmer für das deutsche olympische und paralympische Team auswählt, erwarten die Athleten erste gegen Ende diesen Jahres. Für konkrete Ziele und Medaillenträume ist es somit noch viel zu früh. "Mit Gegnern und anderen Zeiten beschäftige ich mich frühestens einen Monat vor den Wettkämpfen", sagt Schembera. Für Degenfechter Christoph Kneip heißt es: "Erst einmal muss ich mich qualifizieren, dann denke ich über den Rest nach."

Im Fechten ist der Qualifikationsmodus sehr komplex. Qualifiziert sich Deutschland über die Teamwertung, bekommen auch drei Fechter im Einzel die Chance. Klappt das nicht, kommen maximal zwei Deutsche mit nach Rio - und das auch nur, wenn der Weltranglistenplatz stimmt. "Von daher ist es noch viel zu früh, an Rio zu denken", sagt Kneip.

Was die Angst vor Verletzungen vor einem Olympiajahr angeht, gibt es verschiedene Sichtweisen. Während Felix Streng sagt, man dürfe sich nicht zu großen Druck auferlegen, sonst verkrampft man, erklärt Kugelstoßerin Franziska Liebhardt: "Meine Trainerin sagt mir immer, ich solle nicht mehr mit dem Fahrrad fahren, da könne ja was passieren. Und wenn ich mit dem Roller fahre, schlägt sie gleich die Hände über dem Kopf zusammen. "

Die nötige Lockerheit vermittelten gestern jedenfalls die 80 Kinder den Vorzeigeathleten auf der Kurt-Rieß-Anlage und gaben ihren Motivatoren somit etwas zurück.

Quelle: RP
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