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Leverkusen
Das Junge Theater ist einfach zu gut

Leverkusen. Regelmäßig wechseln die Schauspiel-Talente an die renommierten Unis. Nachwuchs wird gesucht. Von Gabi Knops-Feiler

Im Internet kann man nicht nur nach gebrauchten Autos suchen, sondern auch nach einem Gefährten für den Tod. Dort trifft die lebensmüde Julie auf August, der, wie sie, dem Leben ein Ende setzen möchte. Dazu fahren beide nach Norwegen, um vom 600 Meter hohen, schneeverwehten Preikestolen-Felsen am Lysefjord zu springen. Die Geschichte, die Autor Igor Bauersima im Jahr 2000 verfasst hat, ist so wirklich passiert. Jetzt wurde sie als zwei Personen-Stück von David Martinez und Eva Dorlass, im Kulturausbesserungswerk nachgespielt. Regie führte Petra Clemens.

Seit einem Jahr ist David Martinez (22) beim Jungen Theater Leverkusen (JTL). Aber nicht mehr lange, denn im September beginnt sein Schauspiel-Studium an der Hochschule der Künste in Zürich (Schweiz). Vor seinem Abschiedsspiel sagte er ganz klar: "Ohne das JTL und die Hilfe von Petra Clemens hätte ich die Aufnahmeprüfung nicht geschafft". Dieser Meinung ist ebenfalls Mitspielerin Eva Dorlass (20), die seit April am JTL ist und ab Oktober ein Studium in Wien aufnimmt. Seit Gründung 1998 ist das JTL Sprungbrett und Orientierung für junge Menschen, die einen kreativen Beruf ergreifen wollen. Inzwischen sind 40 Ehemalige bei Theater, Musicalproduktionen, Film und Fernsehen beschäftigt. Dieser Erfolg gelingt nicht immer. Aber in diesem Jahr können die künstlerischen Leiterinnen Petra Clemens und Claudia Sowa sehr zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Arbeit und der ihres Teams sein. Zumal sechs Ensemblemitglieder einen der 170 begehrten Studienplätze an deutschsprachigen Schauspielschulen erhalten haben.

Außer Martinez und Dorlass sind das Kilian Bierwirth, der zur Unversität Mozarteum in Salzburg (Österreich) wechselt, Tankred Felske ist an der Universität der Künste in Berlin eingeschrieben, Marina Poltmann verlässt das in Richtung der "Felix Mendelssohn Bartholdy"-Hochschule für Musik und Theater in Leipzig, Christina Thießen studiert Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main und Steffen Meyn, Autor des Leverkusener Films "Der letzte Tag", wechselt künftig an die Kölner Kunsthochschule für Medien.

Der Erfolg hat natürlich eine Kehrseite. Denn für das JTL bedeutet es das sofortige Ende der Arbeit, ohne Rücksicht auf laufende Projekte oder aktuelle Inszenierungen. Das Ensemble muss wieder neu besetzt, die Ausbildungsarbeit von neuem gestartet werden. Wer ebenfalls überlegt, ob Schauspiel der richtige Beruf sein könnte, sollte sich melden. Speziell junge Männer werden gerade dringend gesucht.

Infos: www.jungestheater.net

Quelle: RP
 
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