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Würdigung für Altkanzler
Helmut-Kohl-Straße für Mönchengladbach?

Helmut Kohl – Stationen seines Weges
Helmut Kohl – Stationen seines Weges FOTO: AP
Mönchengladbach. Die GroKo-Runde aus CDU und SPD im Mönchengladbacher Rathaus diskutiert heute, ob der Altkanzler gewürdigt wird. Von Denisa Richters

Stirbt ein namhafter Politiker, so ist der Ruf nach einer Würdigung durch die Benennung einer Straße, eines Platzes, von Flughäfen oder Schulen nicht weit. Wenige Tage nach dem Tod des Altkanzlers Helmut Kohl wird auch in Mönchengladbach debattiert, den Christdemokraten mit einer Straße oder einem Platz zu benennen. Aufgeworfen hat die Frage Informationen unser Redaktion zufolge der CDU-Ratsherr Wolfgang Wolff in einem sozialen Netzwerk. Heute wird es Thema in der GroKo-Runde aus CDU und SPD, aber auch in der Sitzung der CDU-Fraktion sein.

Günther Krings, Chef der CDU in Gladbach, begrüßt den Vorstoß. "Diese Entscheidung wäre wenige Tage nach seinem Tod sicherlich verfrüht", sagt Krings. Grundsätzlich sei es aber eine gute Idee, eine Straße oder einen Platz nach Helmut Kohl zu benennen. "Als Kanzler der Einheit und wesentlicher Architekt der europäischen Einigung verdient er auch in unserer Stadt eine angemessene Würdigung."

Das Ankündigungsplakat für Helmut Kohl aus dem Jahr 1985. FOTO: CDU MG

Felix Heinrichs, Chef der SPD-Ratsfraktion, schließt das nicht prinzipiell aus, warnt aber auch: "Straßenbenennungen sind in Mönchengladbach nicht immer glücklich gewesen", das zeige die Dauer-Debatte um eine Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Straße. Deren Namensgeber, Paul von Lettow-Vorbeck, soll Anfang des 20. Jahrhunderts an Massakern im heutigen Namibia beteiligt gewesen sein. Bisher hat die immer wieder beantragte Umbenennung keine Mehrheit in den politischen Gremien gefunden. "Ich will Helmut Kohl nicht damit vergleichen", betont Heinrichs. Man müsse sich aber bewusst sein, dass Straßennamen nach Personen in späteren Zeiten kritischer gesehen werden können. Außerdem müsste man auch überlegen, Straßen nach anderen Bundeskanzlern, konkret Willy Brandt und Helmut Schmidt, zu benennen: "Vielleicht machen wir ein Kanzlerviertel."

Das schließt Jochen Klenner, CDU-Landtagsabgeordneter, nicht prinzipiell aus: "Darüber könnte man nachdenken, falls Helmut Kohl geehrt würde." Das allerdings sieht Klenner skeptisch. Zum einen komme die Debatte zu einem zu frühen Zeitpunkt. Aber es fehle auch der direkte Bezugs Kohls zu Mönchengladbach. Kohl sei ein "herausragender Staatsmann gewesen - er wird sicherlich überregional in Bonn und Berlin, in seiner Geburtsstadt und anderen Städten mit direktem Bezug gewürdigt werden".

Walter Kohl klingelt vergeblich am Haus seines Vaters FOTO: dpa, brx htf

Es sei zu überlegen, "ob wir uns hier nicht auf die Personen der eigenen Stadtgeschichte aus Politik und Gesellschaft konzentrieren sollten - dies trägt ja auch zur städtischen Identität bei". Sollte man sich doch für eine Würdigung entscheiden, so Klenner, solle es keine Umbenennung einer Straße sein, sondern ein zentraler Platz. Eine Würdigung des Einheits-Kanzlers könne auch die Benennung eines "Platzes der Deutschen Einheit" sein.

Quelle: RP
 
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