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Radevormwald
Politiker stellen sich den Schülerfragen

Radevormwald. Bei der Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl am Theodor-Heuss-Gymnasium beantworteten vier Oberberger Bundestagskandidaten Fragen der Jugendlichen zu den Themen Finanzen, Arbeit und Soziales sowie Familienpolitik. Von Laura Schameitat

Ruth Kerkhoff und Nils Friese hatten gestern die ersten vier Schulstunden frei. Untätig waren sie währenddessen aber nicht. Die beiden Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) bereiteten sich auf die Podiumsdiskussion mit den Bundestagskandidaten vor, die am Mittag stattfand und die von ihnen moderiert wurde.

Um 11.45 Uhr nahmen die vier Bundestagskandidaten – Michaela Engelmeier-Heite (SPD), Klaus-Peter Flosbach (CDU), Jörg von Polheim (FDP) und Michael Braun (Grüne) – Platz auf der Bühne in der Aula. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde leiteten die beiden Moderatoren das "Speed-Dating" ein: Die Kandidaten hatten jeweils nur ganz kurz Zeit, auf eine Frage zu antworten. Dann beendete Zeitnehmer Sebastian Löhr die Antwort mit einem akustischen Signal.

Auf die Frage, was die Kandidaten mit Oberberg und insbesondere mit Radevormwald verbinden, war Engelmeier-Heite die einzige, die auch die rechte Szene in Rade ansprach und dazu aufforderte, gemeinsam gegen Rechts zu kämpfen. Dafür erntete sie viel Applaus der Schüler.

Dazu aufgefordert, eine lustige Geschichte aus ihrem Politikalltag zu erzählen, konnte hingegen CDU-Kandidat Flosbach punkten: Er sei auf einer Indonesien-Reise mit der Kanzlerin unterwegs gewesen, während sein Sohn zu Hause seinen 22. Geburtstag feierte. Angela Merkel hätte es sich nicht nehmen lassen, persönlich per Videobotschaft zu gratulieren und sorgte so für ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk. "Das war natürlich der Kracher auf der Party", sagte Flosbach und hatte die Schüler damit zumindest kurz ganz auf seiner Seite.

"Warum sollten wir denn gerade Sie wählen?", fragte Ruth Kerkhoff die Kandidaten anschließend. Michael Braun (Grüne) fand die für die Schüler wohl passendsten Worte und versprach, sich für gute Studienbedingungen und unbefristete Arbeitsverhältnisse einzusetzen.

Die weitere Diskussion hatten die beiden 17-jährigen Moderatoren in Themenblöcke eingeteilt. Beim Thema "Steuern und Finanzen" sorgte die von der SPD geplante Erhöhung des Spitzensteuersatzes für rege Diskussionen auf dem Podium. "Die SPD verharmlost die Erhöhungen. Sie werden zu einem massenhaften Arbeitsplatzabbau führen", mahnte von Polheim. "Starke Schultern sollten die Schwachen tragen", betonte hingegen Michaela Engelmeier-Heite.

Für eine ähnlich aufgeheizte Stimmung sorgte auch das Thema Mindestlohn, dass von den Schülern angesprochen wurde. "Er würde Arbeitsplätze kosten", betonten auch hier die Vertreter der Regierungsparteien, während Engelmeier-Heite neben der sozialen Gerechtigkeit auch die durch einen Mindestlohn erhöhte Kaufkraft für ihre Argumentation nutzte.

Weitgehend einig waren sich die Parteien beim Thema Kinderbetreuung. "U 3-Betreuung muss weiter ausgebaut werden", lautete der Tenor. FDP und CDU setzten sich weiterhin für das Betreuungsgeld als Alternative zum Kita-Platz ein.

Ruth Kerkhoff, die einen Tag vor der Wahl ihren 18. Geburtstag feiert und deshalb schon mitwählen darf, war positiv überrascht vom "Benehmen" der Politiker. "Sie haben sich ausreden lassen und haben auch die Redezeit respektiert", sagt sie. Ihre Wahlentscheidung habe sich durch die Diskussion noch verstärkt.

Quelle: RP
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