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Remscheid
Paraderollen aufgefrischt

Jörg Knör mit "VIP VIP Hurra" in Remscheid zu sehen
Ganz aktuell ließ Jörg Knör bei seinem Auftritt in Lennep Fußball-Schwergewicht Reiner Calmund den aktuellen DFB- und Fifa-Skandal kommentieren. FOTO: jürgen moll
Remscheid. Wandlungsfähiger denn je nahm Jörg Knör in der Klosterkirche in seinem Programm "VIP VIP Hurra" die Promi-Welt aufs Korn. Von Stefanie Bona

"VIP VIP Hurra" - auch bei Jörg Knör ist das digitale Zeitalter eingezogen - und das tut seinem Programm gut. Denn so kann er seinen Paraderollen einen neuen Anstrich verpassen und sie zudem geschickt ins aktuelle Tagesgeschehen einbinden. Vor vollem Haus parodierte der Entertainer, der vor einigen Jahren vorübergehend Lennep als Wohnort auserkoren hatte und dementsprechend bei seinem Auftritt in der Lenneper Klosterkirche mit Lokalkolorit nicht geizte, die Größen der Republik und die, die sich dafür halten.

Die Bühne in der Klosterkirche gab ein ganz passables Late Night-Studio, wo die eingespielten Videoclips dem Spaßmacher als Vorlage dienten und sich die A- bis F-Promis ein Stelldichein gaben. Ganz aktuell ließ Knör Fußball-Schwergewicht Reiner Calmund den aktuellen DFB- und Fifa-Skandal kommentieren, während VW Ex-Vorstand Martin Winterkorn ob der getürkten Diesel-Software Schlagersternchen Andrea Berg zitierte: "Ich hab euch tausendmal belogen."

An Angela Merkel arbeitete sich der Komiker regelrecht ab. Die Perle aus der Uckermark, die sich die Raute als Markenzeichen hat patentieren lassen, parlierte vom Bildschirm, während Knör den typischen Zungenschlag aufgriff, um im Nachgang über ihr modisches Outfit abstimmen zu lassen. Die Experten im Publikum - "Blau steht ihr am besten" - wurden sodann von Karl, dem Großen, regelrecht an die Wand gequatscht. Mit Mozartzopf auf dem Kopf und die Augen mit dunkler Brille verhüllt, ließ Knör Modezar Lagerfeld den Kanzlerinnen-Look sezieren. "Grundsätzlich hat Frau Merkel da ganz schlechte Berater."

Gleichzeitig hat der Unterhaltungskünstler mit dem TV-omnipräsenten Guido Maria Kretschmer ein neues Gesicht aus der Modewelt aufgegriffen, das mit dem Altmeister in den Dialog trat.

Nach 35 Jahren im Showgeschäft zeigte sich Jörg Knör wandlungsfähiger als in seinen vorhergehenden Programmen. Manche Figuren, die ihn seit den Anfängen begleiten und die er bis heute ins Geschehen einbindet, sind einem jüngeren Publikum zwar kaum noch bekannt, aber von der Seite des Unterhaltungskünstlers nicht mehr wegzudenken.

Wenn auch der eine oder andere Gag nicht mehr ganz taufrisch war, bot Knör einen unterhaltsamen Sonntagabend, an dem immerhin drei Päpste und "Prass-Prediger" Tebartz-van Elst von der Kanzel sprachen und die Fahne der Kirche hochhielten. Für dessen ausufernden Baustil hatte der Kirchenmann selbst eine ganz einleuchtende Erklärung: "Wenn ein Mann sich für 31 Millionen ein Haus bauen kann, sieht man mal, was man sparen kann, wenn man keine Frau hat", legte Knör dem abgesetzten Bischof von Limburg in den Mund.

Quelle: RP
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