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Lokalsport
Schwarz-Weiß plant für die 2. Bundesliga

Neuss. Morgen geht's für den HTC im Hockey-Oberhaus gegen Mülheim. Bleibt Trainer Omar Schlingemann? Von Dirk Sitterle

Wen fünf Spieltage vor Saisonschluss als siegloses Schlusslicht zwölf Punkte vom rettenden Ufer trennen, den dürfte wohl selbst ein kleines Wunder nicht vor dem Abstieg bewahren. Das gilt auch für den HTC SW Neuss in der Hockey-Bundesliga. "Wir müssten schon alle fünf Spiele gewinnen - mit 18 Punkten bleibst du drin", hat Trainer Omar Schlingemann zwar ermittelt, aber an die Umsetzung dieser Vorgabe glaubt er selber nicht.

Und darum gibt der ehrgeizige Niederländer Ziele aus, die seine Jungs auch erreichen können. Etwa einen Sieg morgen Nachmittag (ab 16 Uhr) an heimischer Jahnstraße gegen den Deutschen Hallen-Meister Uhlenhorst Mülheim. Voraussetzung dafür sei allerdings, mahnt der Coach, "dass wir die einfachen Dinge gut machen. Wir müssen die kleinen Erfolge suchen, zum Beispiel einen Zweikampf mit Olympiasieger Thilo Stralkowski zu gewinnen. Und die Summe dieser kleinen Erfolge führt dann womöglich zum Sieg."

Ein schöner Plan, doch natürlich ist auch Schlingemann bewusst, wie schwer das selbst gegen angeschlagene Uhlenhorster wird: "Mülheim hat jede Menge U16-, U18-, U21- und A-Kaderspieler. Wahnsinn!" In so einem ungleichen Duell hilft den Neussern selbst eine, so der Trainer, "echt krasse Vorbereitung" mit ausgiebigem Videostudium am Ende gar nichts. "Denn wir müssen realistisch bleiben: "Unsere Mannschaft hat nicht die Qualität, um in der Bundesliga zu spielen. Dass wir überhaupt auf diesem Niveau spielen können, ist schon ein Erfolg." Im Gegensatz zur Konkurrenz, deren Personal inzwischen fast täglich (oft sogar zweimal) auf dem Trainingsplatz steht, wartet Schlingemann in Neuss noch auf den Abend, "an dem ich zum ersten Mal mit der kompletten Gruppe arbeiten kann." Er sagt das ganz ohne Wertung, "denn ich verstehe die Jungs. Der Job geht nun mal vor."

Um den Verein trotzdem fitzumachen für zukünftige Angriffe aufs Oberhaus, baut er vermehrt auf den eigenen Nachwuchs. "Seit gut zweieinhalb Jahren sind sechs, sieben Jungens dabei - und die sind jetzt auf einem Niveau, dass sie mitrainieren können." Am Beispiel der in der aktuellen Saison zu Stammspielern avancierten Paul Toll und Jan Mausberg verdeutlicht er freilich auch, wie weit der Weg noch zu den im Jugendbereich führenden Klubs ist. "Mit 17 Jahren sind das unsere beiden besten Jugendspieler. Aber Mülheim, Köln oder auch Mannheim haben zehn Kaderspieler - wir null!" Dabei sieht er durchaus Licht am Ende des Tunnels, verweist auf die positive Entwicklung von Torhüter Jonas Radeke (23), Mario Stümpel (26) und des jungen Polen Sebastian Sellner (19). "Wir sind eine Mannschaft in der Entwicklung", sagt er und erklärt damit Rückschläge wie das 1:10 gegen den Berliner HC nur eine Woche nach dem 1:1 beim Deutschen Meister RW Köln.

Ob er den HTC über diese Saison hinaus als Trainer begleiten wird, ist noch offen. Sein Abgang wäre aber nicht gleichbedeutend mit dem Verlust seines bei Schwarz-Weiß Neuss als Trikotsponsor tätigen Arbeitgebers, stellt er klar: "Natsu Foods bleibt, auch wenn ich gehe."

Quelle: NGZ
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