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Solingen
Ausländer-Arbeitslosigkeit macht der Agentur Sorgen

Solingen. Jeder dritte Arbeitslose in Solingen ist Ausländer (34,2 Prozent). Die Zahl stieg innerhalb eines Jahres um 210 (8,8 Prozent) auf 2600. Die erhebliche Steigerung gegenüber 2015 bereite "größere Sorgen", sagte gestern Franz Heuel, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit in den drei bergischen Großstädten, bei der Vorstellung der neuesten Zahlen. Den Zugezogenen (mit den stärksten Zuwächsen aus Syrien, dem Irak, Eritrea und den Balkanstaaten) fehlten dabei oft nicht nur deutsche Sprachkenntnisse, sondern auch eine Berufsausbildung. Es werde eine ganze Zeit vergehen, bis die registrierten Flüchtlinge dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, sagte Heuel.

Allgemein präsentierte sich der Arbeitsmarkt im Juli "erwartungsgemäß" schwächer: In der Klingenstadt sind 7613 Arbeitslose registriert. Das sind 80 mehr als im Juni, aber 306 weniger als vor einem Jahr. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 9,4 Prozent; heute sind es 8,9 Prozent (Juni: 8,8). Der leichte Zuwachs sei "ganz typisch für den Sommer", erläuterte Heuel. Denn neben auslaufenden Zeitarbeitsverträgen schlagen auch zu Ende gegangene Ausbildungsverträge zu Buche: Lehrlinge, die nicht übernommen wurden, suchen jetzt Arbeitsplätze. In Zahlen: In der Gruppe der 15- bis unter 20-Jährigen sind jetzt 171 Solinger arbeitslos gemeldet (Juni: 131).

In ein oder in zwei Monaten werden die Ausgebildeten, anders als die jungen Flüchtlinge, Arbeitgeber gefunden haben, vermutete Heuel: "Bei uns sind so viele offene Stellen gemeldet wie seit vielen Jahren nicht mehr". In Solingen sind der Agentur 363 unbesetzte Arbeitsplätze bekannt, 69 mehr als im Juni. Gefragt sind zahlreiche Berufe, von Helfern in der Produktion und im Lager bis zu Fachkräften im Dialogmarketing, in der Metallbranche, am Bau, im Büro, im Gesundheitsweisen, in der Altenpflege und der Gastronomie.

Weniger erfreulich präsentiert sich der Ausbildungsmarkt in Solingen. "Wir haben noch sehr viele unversorgte Bewerber, auch solche mit guten Noten", warb Heuel um weitere Lehrstellen. In der Klingenstadt gibt es rechnerisch nur 47 Angebote für 100 Bewerber, auf der Suche sind 365 Jugendliche; 17 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt standen für 1336 junge Frauen und Männer (2015: 1324) nur 627 Ausbildungsstellen zur Verfügung (640).

(flm)
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