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Lokalsport
Die Vorfreude steigt in der Klingenstadt

Solingen. In der ersten Runde des Niederrheinpokals empfängt der Post SV morgen den Drittligisten MSV Duisburg. Von Michael Tesch und Thomas Rademacher

Für den aktuellen Drittliga-Tabellenführer aus dem Ruhrgebiet ist es morgen wohl nur eine Pflichtaufgabe, für Gastgeber Post SV allerdings das Spiel des Jahres. In der ersten Runde des Fußball-Niederrheinpokals empfängt der Solinger Kreisligist morgen in der Jahnkampfbahn den MSV Duisburg. Anpfiff der Begegnung ist um 18 Uhr. Grund für diese frühe Anstoßzeit ist das fehlende Flutlicht im Walder Stadion.

"Nachdem wir jetzt unseren 100-Punkte-Plan abgearbeitet haben, steigt die Vorfreude auf das Spiel", erklärt Post-Sportchef Tim Rheindorf. "Wir haben mit einem fünfzehnköpfigen Organisationsteam sechs Wochen für dieses Spiel gerödelt - und in dieser Zeit war an Freizeit nicht zu denken." Die Auflagen von Seiten der Stadt und der Polizei wären für einen Kreisligisten enorm gewesen, erzählt Rheindorf. So musste die Post für das Pokalspiel einen Securitydienst stellen. "Den haben wir vom Wuppertaler SV übernommen und mit 30 Personen aus unserem Verein verstärkt." Zudem musste die Verpflegung doppelt geplant werden. "Die Duisburger stehen auf der Gegengeraden, wo sie auch ihren eigenen Eingang haben. Und hier gibt es für die MSV-Fans auch eigene Cateringstände." Auch ein VIP-Zelt hat die Post aufgebaut. "Die gesamte Verpflegung schaffen wir nur dank der Unterstützung der Teams vom Birkenweihers und Gasthaus Schaaf".

Das Spiel nach Duisburg zu geben, kam für Rheindorf nicht in Frage. "Dass diese Partie in Solingen stattfindet, hat sich die Mannschaft verdient." Und der Zuspruch gibt der Post recht: Über 1000 Tickets wurden bereits abgesetzt, Sitzplätze sind ausverkauft. "Natürlich hoffen wir auch auf eine starke Abendkasse", so Rheindorf, der insgesamt mit 1500 bis 2000 Zuschauer rechnet. "Das muss man sich einmal vorstellen. In der Kreisliga spielen wir vor 40 bis 60 Leuten, ganz selten sind es mal 100. Das wird ein Wahnsinns-Tag", ist auch bei Rudi Mirtic die Vorfreude groß. "Für manche Jungs wird es das Spiel ihres Lebens", freut sich Trainer. "Die meisten werden wohl nie wieder in einem Pflichtspiel gegen so einen hochklassigen Gegner ran dürfen."

Mit einem Sieg rechnet der Solinger Kreisligist natürlich nicht. "Aber wir wollen unsere Chance von 0,1 Prozent nutzen. Vielleicht haben wir ja Glück und hauen das Ding vorne rein." Zunächst geht es Mirtic darum, die Duisburger so lange wie möglich zu ärgern. "Also stehen wir defensiv. Es wäre verrückt, wenn wir versuchen würden, mitzuspielen." Zur Vorbereitung auf den Rasen im Walder Stadion hat die Post zwei Trainingseinheiten am Schaberg absolviert. "Das Schuhwerk haben die Jungs auch, da mache ich mir keine Sorgen", meint Mirtic, der zuletzt auf keinen seiner Fußballer verzichten musste.

"Im Training waren wir komplett. Nur Henri Oster befindet sich im Urlaub auf Kuba, fliegt aber Freitag noch ein." Im Kader wird er aber wohl nicht stehen. Dieses Vergnügen werden nur elf, mit Einwechslungen 14, der 22 Post-Spieler haben. "Das Beste ist, dass Duisburg ja auch gewinnen muss, um sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Sie werden uns ernst nehmen."

"Wir haben eine intensive Trainingswoche, nehmen die Aufgabe beim Post SV aber natürlich sehr ernst", bestätigt Ilia Gruev die Einschätzung von Mirtic. "Wir haben Solingen beim 3:1-Sieg über Witzhelden beobachtet, bereiten uns also gut auf das Pokal-Spiel vor", erklärt der Trainer des Drittligisten aus Duisburg.

Quelle: RP
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