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Olympische Geschichten
Theo Püll - als "junger Hüpfer" bei Olympia in Rom

Viersen. Theo Püll ist Ehrenmitglied der LG Viersen seit 1957. Drei Jahre zuvor, 1960 also, nahm er an den Olympischen Spielen in der ewigen Stadt Rom teil. Im Hochsprung erreichte er seinerzeit den siebten Platz mit gemeisterten 2,03 Metern. Von Paul Offermanns

Viersen Beim "Tag der Meister" am Pfingstsonntag beim internationalen Leichtathletik-Sportfest der LG Viersen im Stadion Hoher vor 5000 Zuschauern waren Manfred Germar, Armin Hary, Jutta Heine und Anneliese Gerhards und eben der Hochspringer Theo Püll als Lokalmatador am Start. In der Rheinischen Post vom 7. Juni 1960 hieß es: "Püll, als "Favoritentöter" bei der internationalen Hochspringergilde gefürchtet, schlug in seiner Heimatstadt den schwedischen Europameister Rikard Dahl sehr sicher." Püll, der zu diesem Zeitpunkt schon für den VfL Wolfsburg startete, erzielte dabei mit 2,05 Metern die Olympianorm und stellte in dem anschließenden Olympia-Aufbauwettbewerb sogar mit 2,06 Metern eine neue Deutsche Jahresbestleistung auf. Nur äußerst knapp scheiterte der Deutsche Meister beim zweiten Versuch an der deutschen Rekordhöhe von 2,09 Metern.

"Ich habe damals den 'Tag der Meister' am Hohen Busch organisiert", sagt Püll. Seit 1949 ist er Mitglied der LG Viersen, die Gaststätte seines Vaters Wilhelm Püll war zu jener Zeit das Vereinslokal der LG Viersen. 1957 machte die LG Viersen Theo Püll zu ihrem zehnjährigen Bestehen zum Ehrenmitglied. Der heute 79-Jährige war elfmal deutscher Meister, davon fünfmal im Stadion und zweimal in der Halle für die LG Viersen. Püll trat noch mit der gesamtdeutschen Mannschaft bei den Europameisterschaften 1958 in Stockholm an und holte mit 2,06 den fünften Platz. Bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom schaffte er im Finale den siebten Rang mit 2,03 Metern. Püll verbesserte zweimal den deutschen Rekord: Im Oktober 1958 übersprang er in Saarbrücken 2,07 Meter, und im Juli 1960 stellte Püll diesen Rekord in Cuxhaven ein. Mit der Körpergröße von 1,86 Metern hatte er ein Wettkampfgewicht von 74 Kilogramm. Püll heiratete die Mehrkämpferin Ute Spitzkowsky, die Mutter seiner beiden Kinder und leitete später die von seinem Schwiegervater aufgebaute Schiffsreinigungsfirma in Bremerhaven. Für seine Verdienste um den Sport in Niedersachsen nahm ihn das Niedersächsische Institut für Sportgeschichte 1988 in die Ehrengalerie des niedersächsischen Sportes auf.

1961 machte er Schluss mit dem Hochsprung. "Damals war ich 25 Jahre alt", sagte er. Als Altersklassensportler hätte er nie weitergemacht: "Ich hatte ja alles erreicht." - "Die Olympischen Spiele in Rio schaue ich mir am Fernseher an, aber noch mehr verfolge sie über die Printmedium", erzählte Püll. Er ist immer noch Bezieher der Rheinische Post, um zu verfolgen, was sich in Viersen tut, wo noch Verwandtschaft wohnt. "Dann lese ich auch immer alles über das internationale Hochsprungmeeting der LG Viersen, das ja jetzt bald wieder ist." Stimmt: Am kommenden Sonntag , 24. Juli, beginnt um 12 Uhr (Einlass) die Veranstaltung auf der Löh in Viersen.

Quelle: RP
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