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Wermelskirchen
Aus Wermelskirchen fast in die ganze Welt

Wermelskirchen: Aus Wermelskirchen fast in die ganze Welt
Armin Hoppmann und seine Frau Eva (81) in landestypischer Bekleidung. Der 83-Jährige reiste 1980 als Erster nach Südafrika. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Die Evangelische Kirchengemeinde feierte gestern das Fest der Partnerschaften. Fürbitten und Gebetsvorschläge kamen per SMS. Von Walter Schubert

Mit einem Zentralgottesdienst und einer anschließenden Ausstellung im Gemeindehaus informierte die Evangelische Kirchengemeinde Wermelskirchen über ihre Partnerschaften. Enge Kontakte gibt es nach Durban und Potchefstroom in Südafrika, nach Geita in Tansania, nach Sáregres in Ungarn, nach Java in Indonesien sowie nach Forst und Forst-Eulo in Brandenburg.

"Ganz am Anfang sprach man von Patenschaften", sagt Pfarrer Ulrich Seng, "da wurden ja selbst die Grundnahrungsmittel wie Öl und Mehl in die DDR geschickt." Heute ist es zwar immer noch so, dass die "reiche Gemeinde in Westdeutschland" materielle Hilfe leistet, aber heute heißt es "Partnerschaft". Es gibt einen regen Austausch durch Besuche von Priestern, Gemeindemitarbeitern und Jugendgruppen. "Wir treffen uns schließlich auf Augenhöhe im selben Glauben. Und wir können auch viel voneinander lernen", sagt Pfarrer Seng.

Hier in Westdeutschland war es durch die gesetzliche Religionsfreiheit leicht, seinen Glauben zu leben. Doch in der ehemaligen DDR, in Afrika oder Asien sah es anders aus. "Wir sind auf einem guten Weg", sagt Pfarrer Heiko Poersch am Stand von Tansania. Und Armin Hoppmann, der als Erster nach Südafrika fuhr, bestätigt die Entwicklung. "Ganz am Anfang waren es 20 Menschen, die sich zum christlichen Glauben bekannten. Dann wurde eine Kirche für 300 Menschen gebaut, und die ist jetzt wieder zu klein. Ein Neubau für 1200 Menschen ist in Arbeit", sagt Hoppmann. Hoppmann und seine Frau Doris sind in afrikanischer Kleidung gekommen. "Für Wermelskirchen sicher ein bisschen fremd und meist auch nicht warm genug, aber äußerst praktisch."

Voller Begeisterung erzählt er von den Gottesdiensten. "Da wird gesungen, geklatscht und getanzt. Der Gottesdienst wird mit einer riesigen Begeisterung gefeiert." Viele Afrikaner wenden sich von den Naturreligionen mit Zauber und Knochenlegen ab und finden ein neues Zuhause im christlichen Glauben.

Es duftet exotisch im Gemeindezentrum, denn an jedem Stand wird eine landestypische Spezialität angeboten. Die Gulaschsuppe aus Ungarn und ein Kräuterquark mit Leinöl aus Forst sind bekannt. Aber einen Chakalaka-Eintopf gibt es nicht jeden Tag. Ganz anders, ganz fremd und trotzdem lecker ist die "Boerewors", eine Bauernwurst aus Südafrika. Pfarrer Volker Lubinetzki hat das Rezept mitgebracht und die Metzgerei Daum produziert diese Spezialität auf Bestellung.

"Nach Ungarn und nach Forst gibt es natürlich mehr Kontakte", sagt Claudia Stracke, Diakonin und Jugendreferentin. "Das liegt ja an der Nähe. Im Herbst erwarten wir wieder Besuch aus Südafrika." Durch neue Medien sei der Kontakt einfacher als vor ein paar Jahren. "Aus allen Partnergemeinden sind per Handy, SMS oder E-Mail Fürbitten und Gebetsvorschläge gekommen", sagt Stracke.

Quelle: RP
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