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Himmel Und Erde
"Geh aus mein Herz..."

Wesel. Zu den beliebtesten Liedern im Evangelischen Gesangbuch gehört das Sommerlied von Paul Gerhard "Geh aus mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit". In 15 Strophen entfaltet Paul Gerhard die Schönheit von Gottes Natur und Schöpfung und die Gewissheit, dass das Paradies die irdischen Gärten noch einmal überstrahlen wird. Die Schlussstrophen, an Gott gerichtet, leiten aus dem Vorangegangenen die Bitte ab, zur eigenen Vollendung zu gelangen. Kaum ein Gottesdienst oder ein Gemeindefest in den Sommermonaten kommt ohne das 1653 veröffentlichte Lied von Paul Gerhard aus. "Wenn in der Kirche wieder ,Geh aus mein Herz, und suche Freud' gesungen wird, weiß ich, dass die Sommerferien vor der Türe stehen", sagte mir in der letzten Woche eine Frau aus meiner Gemeinde. In der Tat sind die ersten Koffer bereits gepackt und das erste große Urlaubsreisewochenende steht bevor. Der letzte Schultag heute ist für Schüler, aber auch für Lehrer ein Anlass, durchzuatmen und die Anstrengungen des Schuljahres für die nächsten sechs Wochen hinter sich zu lassen. Beliebtestes Reiseziel war im vergangenen Jahr erneut Deutschland mit einem Anteil von 30 Prozent. Wie in den Vorjahren folgten dahinter Spanien, Italien, die Türkei und Österreich. Noch nie haben die Bundesbürger mehr Urlaub gemacht als im vergangenen Jahr. Insgesamt waren knapp 55 Millionen Urlauber unterwegs und unternahmen fast 71 Millionen Reisen von fünf Tagen und mehr. Auch die Ausgaben erreichten mit 64 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Gleichzeitig gibt es aber auch einen wachsenden Anteil von Menschen in der deutschen Bevölkerung, die sich seit Jahren keinen Urlaub leisten können. Besonders Kinder von einkommensschwachen Familien leiden darunter, dass sie zu Schuljahresbeginn nicht erzählen können, wo sie in den Sommerferien Urlaub gemacht haben. Besondere Ferienaktionen und Stadtranderholungen von Kirchen und Kommunen sind da wichtig. Ferien und Urlaub sind unverzichtbare Zeiten, um Körper und Seele zu entspannen und Kräfte zu sammeln. Viele Menschen fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz einem wachsenden Druck ausgesetzt. Die Freiräume, die Urlaub und Ferien bieten, sind da auch ein Angebot Gottes, mit sich selber gut umzugehen und sich nicht in den Belastungen zu verlieren.

THOMAS BRÖDENFELD

Quelle: RP
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