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Wesel/H'keln/Hünxe/Schermbeck
Stromleitung läuft durch Hamminkeln

Geplanter Verlauf der Amprion-Stromtrasse
Geplanter Verlauf der Amprion-Stromtrasse FOTO: Grafik RP/Schnettler
Wesel/H'keln/Hünxe/Schermbeck. Eine der Hauptschlagadern der Stromversorgung durchkreuzt in Deutschland Weseler Kreisgebiet. Das Unternehmen Amprion erklärte gestern in Wesel Hintergründe. Eine Botschaft: Regionale Unternehmen sollen profitieren. Von Sebastian Peters

Die Präsentation des Trassenverlaufs der A-Nord-Stromleitung von Amprion war am Niederrhein mit Spannung erwartet worden. Die Leitung gilt als eine der Hauptschlagadern der Energiewende. Jetzt steht fest: Folgt die Bundesnetzagentur den Vorschlägen von Amprion, dann wird Hamminkeln am nördlichsten Zipfel betroffen sein. Von Norden kommend führt die Erdkabel-Trasse im Kreis Wesel an den Ortsgrenzen von Loikum und Mehrhoog durch Töven, dann quer durch Rees-Haffen zum Rhein. Das Weseler Stadtgebiet ist nicht betroffen. Später trifft die Leitung bei Marienbaum wieder auf Weseler Kreisgebiet. Auf eine Parallelführung mit der Zeelink-Gas-Trasse bei Schermbeck wurde verzichtet.

"Wir haben diese Entscheidung so erwartet, dennoch wollen wir den Prozess weiter begleiten", sagte Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (SPD). An der Infoveranstaltung in Rees in Kürze werde die Stadtverwaltung teilnehmen. Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski (SPD) sieht die Entscheidung gelassen. Amprion habe er als ein Unternehmen kennengelernt, das gut plane und kommuniziere. In Raesfeld, darauf verweist Romanski, könne man sich schon jetzt Teststrecken der Leitung anschauen.

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Erleichterung herrscht in Hünxe. Rainer Rehbein hatte dort mit einer Bürgerinitiative gegen die Gasleitung Zeelink und gegen die Amprion-Stromleitung gekämpft. Gestern sagte er: "Man scheint bei der Bundesnetzagentur begriffen zu haben, dass man nicht eine Gasleitung und eine Stromleitung in eine Trasse legen kann. Wenn uns die Stromleitung erspart bleibt, ist das gut. Wenn jetzt auch noch die Gasleitung verhindert wird, wäre das noch schöner." Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann hatte im Dialog mit der Landtagsabgeordneten Charlotte Quik und dem Schermbecker Bürgermeister Mike Rexforth zuletzt noch einmal den Wunsch geäußert, dass die Orte nicht sowohl von Zeelink als auch von der Stromleitung betroffen sind. "Wir sind froh, dass es jetzt so gekommen ist", sagte auch Schermbecks Bürgermeister Mike Rexforth (CDU).

Ausgewählt wurde von allen möglichen Varianten die, die am weitesten westlich am Niederrhein verläuft, wie Amprion-Projektleiter Klaus Wewering erläuterte. Noch kann die Bundesnetzagentur den Plänen einen Strich durch die Rechnung machen. Dann würden auch die Rheinquerungen bei Bislich, bei Voerde oder bei Dinslaken wieder ins Rennen kommen.

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Seit 2016 hat sich das Projektteam A-Nord bei Amprion mit den Varianten befasst. Angaben machte Amprion-Projektleiter Wewering etwa zur Entschädigung für Grundstücksbesitzer: "20 bis 30 Prozent des Flächenwertes erhalten die Eigentümer einmalig", erklärte er. Ackerbau sei über dem in zwei Meter Tiefe liegenden Erdkabel weiter möglich, nur Bäume dürften auf der Breite von knapp 30 Metern nicht gepflanzt werden. Bei Landwirten, etwa im Reeser Ortsteil Haffen, gibt es Bedenken. Sie fürchten, dass sie ihre Höfe teilweise baulich nicht erweitern können. Viele regionale Betriebe sollen vom Bau der Stromleitung profitieren. "Wir werden die Baulose klein halten, auf ausdrücklichen Wunsch der Landwirte hin", erläuterte der Projektleiter. So solle gewährleistet werden, dass Baggerfahrer mit Kenntnis von den lokalen Gegebenheiten das Erdreich wieder in der Schichtung in den Boden bringen, in der es auch ausgehoben wurde. Auf diese Art sei sichergestellt, dass die Pflanzen schnell wachsen. "Wir wollen bodenschonend arbeiten", sagte Wewering. Man setze auf volle Transparenz. Im Planfeststellungsverfahren hätten Bürger Gelegenheit, ihre Forderungen zu formulieren, vorher schon gibt es Anwohnerinformationen.

Die erneuerbaren Energien werden dort erzeugt, wo sie nicht gebraucht werden: an der Küste und in den Windparks im Süden. Über große Entfernungen muss der Strom in die Verbrauchszentren gebracht werden. Die neuen Gleichstromverbindungen übernehmen diesen Transport, sie entlasten bestehende Netze. Amprion ist mit dem Netzausbau beauftragt, 2000 Kilometer Stromleitung baut das Unternehmen in den nächsten zehn Jahren.

Quelle: RP
 
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