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Mittelmeer
Mindestens 100 Flüchtlinge vor Libyen ertrunken

Mittelmeer: Mehr als 100 Flüchtlinge vor Libyen ertrunken
Ein gekentertes Boot vor Italien in Mai 2016. FOTO: dpa, ei lb wst
Athen. Während vor der griechischen Insel Kreta ein Flüchtlingsboot mit 700 Menschen an Bord gekentert ist, sind bei einem Schiffsunglück vor Libyen mehr als 100 Flüchtlinge ums Leben gekommen.

Einem Medienbericht zufolge sind 117 Leichen mutmaßlicher Flüchtlinge angespült worden. Unter den Toten, die auf einem Küstenstreifen von etwa 25 Kilometer Länge nahe der Stadt Suwara angetrieben worden seien, seien auch Kinder, berichtete die Webseite "Migrant Report" unter Berufung auf den libyschen Halbmond am Freitag. Es war zunächst nicht klar, ob die Toten Opfer der jüngsten Flüchtlingstragödien im Mittelmeer sind. Ein Sprecher der libyschen Marine sprach von 104 Leichen, die vor der Stadt Swara geborgen worden seine. Das leere Schiff sei am Donnerstag gefunden worden und könnte möglicherweise bereits am Mittwoch gesunken sein.

Viele weitere Tote wurden nach einem zweiten Schiffsunglück südlich von Kreta vermutet. Die griechische Küstenwache konnte dort am Freitag 340 Menschen retten und barg bisher vier Leichen. Doch viele weitere galten zunächst noch als vermisst.

Unklar war, wie viele Menschen sich tatsächlich auf dem 25 bis 30 Meter langen Boot befunden hatten. Überlebende berichteten nach Angaben eines Sprechers der Küstenwache von bis zu 500.

Wie die griechische Küstenwache mitteilte, ist das Schiff rund 75 Seemeilen vor der Insel gekentert. Reporter des Staatsfernsehens (ERT) berichteten aus Kreta unter Berufung auf die Küstenwache, es seien drei Tote geborgen worden. Zahlreiche Menschen befänden sich noch auf dem halb untergegangenen Schiff, hieß es.

Mehrere vorbeifahrende Schiffe, Rettungsboote und sowie zwei Hubschrauber der griechischen Küstenwache und Marine nehmen an der Suchaktion teil. 

Offiziere der Küstenwache gingen davon aus, dass das Flüchtlingsboot aus Ägypten unterwegs nach Italien war. Nach Schließung der Balkanroute versuchen internationale Schleuserbanden offenbar zunehmend, Migranten aus der Türkei und Ägypten über Kreta nach Italien zu bringen. In den vergangenen fünf Tagen waren knapp 180 Migranten auf Kreta gestrandet. Zuvor waren ihre Boote in Seenot geraten.  

(felt/AFP/dpa)
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