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USA
Staatsanwaltschaft klagt mutmaßlichen Bombenleger an

Staatsanwaltschaft klagt mutmaßlichen Bombenleger von New York an
Der mutmaßliche Bombenleger wurde bei seiner Festnahme durch einen Schusswechsel verletzt FOTO: ap
New York . Nach der Festnahme des mutmaßlichen Bombenlegers von New York und New Jersey werden immer mehr Details zu den Mann bekannt. In einem Pamphlet wirft er den USA Unterdrückung vor und lobt Osama bin Laden. Die Einzelteile seiner Bomben kaufte er im Internet.

Der 28-Jährige ist unter Anklage gestellt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm in ihrer in Manhattan und in New Jersey eingereichten Klageschrift vor, im New Yorker Ortsteil Chelsea zwei Bomben platziert zu haben, von denen eine am Samstag explodierte und 31 Menschen verletzte. Zudem habe er den Wunsch geäußert, als Selbstmordattentäter zu sterben. Ermittlungen der Bundespolizei FBI zu dem Mann waren vor zwei Jahren zu den Akten gelegt worden.

Der Verdächtige stammt aus Afghanistan und war am Montag nach einem Schusswechsel mit der Polizei verletzt festgenommen worden. Wegen der Schüsse auf Polizisten ist er bereits wegen Mordversuchs angeklagt.

Nach der Explosion in New York wurde in der Nähe ein weiterer Sprengsatz entdeckt. Eine Bombe in New Jersey richtete bei der Explosion keinen großen Schaden an. Fünf weitere Sprengkörper wurden in einem Mülleimer gefunden. Sie alle soll der Verdächtige gebaut haben.

Die Zutaten und Zünder dafür kaufte er demnach bei Ebay und ließ sie sich in ein Geschäft in New Jersey liefern, in dem er bis Anfang September gearbeitet hatte. Ebay erklärte, der Handel mit den Komponenten sei legal. Sie könnten überall gekauft werden.

Lobende Worte für bin Laden

Der Verdächtige hatte bei seiner Festnahme Notizen bei sich, in denen er den USA vorwarf, islamische Kämpfer in Afghanistan, Irak, Syrien und Palästina zu töten. Er lobte Osama bin Laden, den getöteten Chef des Terrornetzwerkes Al-Kaida, und den in den USA geborenen Geistlichen Anwar al-Awlaki, der 2011 bei einem Drohnenangriff umkam. Außerdem erwähnte er den US-Militärpsychiater Nidal Hasan, der 2009 im Militärstützpunkt Ford Hood Amok gelaufen war und 13 Menschen erschossen hatte. Das Papier endet mit den Worten: "Der Schall der Bomben wird auf den Straßen zu hören sein, Gewehrschüsse auf Eure Polizei. Tod Eurer Unterdrückung."

Ermittler fanden auch ein Video, das zwei Tage vor dem Anschlag aufgenommen worden sein soll. Darin zündet der Verdächtige brennbares Material in einem Zylinder, das nach einem Knall in Flammen und Rauch aufgeht.

Aus Polizeikreisen verlautete, der Vater des Mannes habe sich vor zwei Jahren nach Auseinandersetzungen in der Familie an das FBI gewandt und die Sorge geäußert, sein Sohn sei ein Terrorist. Diese Aussage habe er später zurückgenommen und den Ermittlern gesagt, er sei nur der Ansicht gewesen, sein Sohn gebe sich mit den falschen Leuten ab und pflege Umgang mit Bandenkriminellen. Dennoch überprüfte das FBI den heute 28-Jährigen, fand aber keine Verbindungen zu Terrorgruppen. Der Fall sei nach wenigen Wochen zu den Akten gelegt worden, hieß es.

(crwo/ap/dpa)
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