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Zugriff in Berlin
Arzt soll Selbstmordattentäter für IS angeworben haben

Berlin. In Berlin haben Spezialkräfte der Polizei am Donnerstag einen Arzt festgenommen, der einen Selbstmordattentäter für die Extremistenmiliz IS im Irak rekrutiert haben soll.

Der 33-jährige Deutsche werde verdächtigt, an seinem früheren Wohnort im badischen Freiburg einen psychisch labilen 24-Jährigen mit dschihadistischen Propagandavideos radikalisiert zu haben, teilten die Staatsanwaltschaft Karlsruhe und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit. Der aus Mannheim stammende Arzt habe dem Deutschen militärische Gegenstände beschafft, ihn finanziell unterstützt und schließlich im Oktober 2014 seine Reise ins syrisch-irakische Krisengebiet finanziert, hieß es weiter. Am 18. Mai 2015 habe der 24-Jährige in der nordirakischen Stadt Baidschi dann im Auftrag des IS einen Selbstmordanschlag verübt und mindestens zwölf irakische Soldaten mit in den Tod gerissen.

Beide Männer hätten einen Migrationshintergrund, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Karlsruhe, die den Haftbefehl gegen den Arzt erwirkte. Die Behörde, die als Schwerpunktstaatsanwaltschaft Staatsschutz im badischen Landesteil auch für Freiburg zuständig ist, ließ zudem vier Objekte in Berlin und Mannheim durchsuchen. Dabei seien eine Zieloptik für eine Schusswaffe, Unterlagen, Mobiltelefone und Datenträger sichergestellt worden, die nun ausgewertet würden. Gegen den Arzt wird wegen des Verdachts der Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat ermittelt. Er soll dem Haftrichter am Amtsgericht Karlsruhe vorgeführt werden.

 

(felt/REU)
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