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Dschungelcamp 2017 – Das Nachspiel
Alle gegen Honey

Dschungelcamp 2017: Abschlusstreffen
Dschungelcamp 2017: Abschlusstreffen FOTO: RTL / Stefan Menne
Köln. Zwei Wochen sind vergangen, seit Marc Terenzi zum Dschungelkönig gewählt wurde. Jetzt haben sich die "Promis" noch einmal im TV-Studio in Deutschland getroffen. Das wurde vor allem für einen Ex-Camper unangenehm. Von Laura Ihme

Er ist nicht der Schönste. Und er ist nicht der Schlauste. Nachfolger von Sonja Zietlow und somit Moderator des RTL-Dschungelcamps wird er wohl auch nicht: Alexander "Honey" Keen. Beim "Nachspiel" zur diesjährigen Staffel von "Ich bin ein Star – holt mich hier raus!" musste der selbsternannte Megastar ordentlich einstecken.

Was mehr als deutlich wurde: Weder Publikum, Moderatoren, noch Ex-Camper scheinen ihn zu mögen. Außer Gina-Lisa. Und auch sonst sind unter den Mitbewohnern auf Zeit keine großen Freundschaften entstanden.

Aber nun einmal der Reihe nach: RTL hatte wie auch schon in den vergangenen Jahren zwei Wochen nach dem Dschungel-Finale zur Aussprache ins mit Kunstblumen geschmückte Studio nach Köln geladen. Wurde dieses Zusammentreffen vorher von Frauke Ludowig moderiert, führten dieses Mal Sonja Zietlow und Daniel Hartwich selbst durch die mehr als zwei Stunden lange Sendung. Die Themen: alte Konflikte unter den Campern, die diesmal auch nach ihrer Zeit im Dschungel von Kamerateams begleitet wurden. Darüber stand die Frage: Was hat das Leben mit Schlange und Kakerlake für die Karriere gebracht?

Immer diese Selfies

Im Falle von Honey etwa ist das nicht viel: In einer Sauna hatte er nach dem Dschungel einen Auftritt. Dort tönte er groß, er würde nun nur noch in der Champions League der Unterhaltungsbranche arbeiten. In Frankfurt am Main ließ er sich ebenfalls vom Kamerateam begleiten und – oh Wunder! – wurde dort von niemandem erkannt. Honeys Erklärung: "Hier in Frankfurt kann ich auch mal einfach in Ruhe etwas frühstücken, ohne, dass ich ständig Selfies machen muss." Anderswo sei das ja nicht so. Ach so.

Sein nächstes Ziel? "Ich würde gerne mit Daniel zusammen den Dschungel moderieren. Das Gute ist: Mir muss man die Witze nicht schreiben." Das probierten Sonja Zietlow und Daniel Hartwich sogleich aus und ließen Honey zwei Moderationen (unvorbereitet und vorbereitet) halten. Sagen wir mal so: Vielleicht sollte er lieber etwas tun, wobei man nicht sprechen muss.

Auch das Publikum im Studio war wenig gnädig mit Honey, entgegnete ihm zuweilen gespieltes Mitleid, sogar Buhrufe waren zu hören. "Die habt Ihr doch hier extra hingesetzt", sagte Honey daraufhin. So viel Selbstbewusstsein ohne Selbstironie muss man erst einmal haben. Und auch Honeys frühere Mitbewohner hatten wenig nette Worte für ihn übrig. Beim internen Ranking wählten sie zwischen ihm, Marc Terenzi und Florian Wess sowohl in der Kategorie "Attraktivität" als auch in der Kategorie "Intelligenz" auf Platz 3. Als es darum ging, gemeine Tweets über ihn aus der Zeit des Dschungels vorzulesen, winkte Honey ab: Das mache er nicht. Es sei denn, die Nachrichten seien neutral oder positiv.

"Da hat ein Wellensittich an der Kniekehle mehr Muskulatur"

Den besten Satz über den Kandidaten mit der ewigen Bronchitis hatte aber Ex-Camper Thorsten Legat aus der Staffel im Jahr 2016 parat, als es noch einmal um die Prüfung mit der angeblich zu engen Halskrause ging, die Honey vorzeitig abgebrochen hatte. Der Kandidat hatte das unter anderem auf seinen zu muskulösen Hals geschoben, der einfach zu dick für die Krause war. "Wo hat der denn Muskeln? Da hat ein Wellensittich an der Kniekehle mehr Muskulatur", brüllte Kasalla-Legat in die Kamera.

Hat das alles Honey getroffen, fragt sich nun vielleicht so mancher. Vermutlich nicht. Das Grinsen zumindest ist bis Sendeschluss geblieben. Immerhin bleibt ihm noch Gina-Lisa Lohfink, die ganz erstaunt in die Runde fragte: "Bin ich die Einzige, die Dich mag?"

Ebenfalls polarisierte Berufs-Phobikerin und Zweitplatzierte Hanka Rackwitz in der Nachschau auf die 16 Tage im Australischen Busch. Jeder einzelne Camper betonte mehrfach, dass sie die eigentliche Dschungelprüfung gewesen sei. "Wir hätten sie einfach knebeln müssen. Handtuch in den Mund und Ruhe", resümierte Florian Wess. Fräulein Menke beharrte derweil weiter darauf, dass Hankas verschiedene Phobien nur gespielt seien.

Auch Gina-Lisa äußerte Zweifel an Hankas Verhalten: "Das wäre keinen Meter lustig." Die Beschuldigte kommentierte das so: "Ihr hattet doch jetzt genug Zeit, mich mal zu googlen und Euch meinen Lebensweg anzuschauen. Da kann man doch sehen, dass ich damit schon lange kämpfe."

Rührselige Momente

Apropos Wahrheit: Hanka hat gepiselt! Es ist offiziell. Was man schon während der Staffel immer vermutet hatte, wurde nun bestätigt. Hanka hat das Bächlein am Camp ab und an für ihr kleines Geschäft genutzt. "Ich kann meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass da nie etwas gewesen ist", sagte sie.  Als Phobikerin müsse man eben immer tricksen. Aber die Camper hätte sie nie belastet. Blöd nur, dass Malle-Jens Büchner sich gleich nach Hankas Ausflug ins Nasse das Gesicht mit Wasser von genau dieser Stelle gewaschen hat.

Der Blick auf das, was nach dem Camp passiert ist, offenbarte aber auch einige rührselige Momente: die Ankunft von Jens Büchner zurück bei seiner Familie auf Mallorca zum Beispiel. Oder das Wiedersehen von Florian Wess mit seinem Bruder. Und das Hochzeitskleid-Shopping von Kader Loth, die endlich den Antrag ihres Lebensgefährten angenommen hat – inklusive witziger ihrer Kommentare bezüglich Potenz und Scheidungsmöglichkeiten.

Alles in allem ein durchaus unterhaltendes Wiedersehen nach zwei Wochen Dschungel-Abstinenz für die Fernsehzuschauer. Dass Zietlow und Hartwich moderierten, machte das Ganze (unter anderem Dank gut geschriebener Witze) besser als in den Jahren zuvor. Mit etwas Abstand lassen sich die Dinge dann doch noch einmal anders betrachten als gleich nach dem Finale.

 
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