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Rom
Papst küsst Flüchtlingen die Füße

Rom. Franziskus beweist damit, dass Nächstenliebe religionsübergreifend ist.

Erneut setzt Papst Franziskus ein Zeichen der Nächstenliebe und der Versöhnung der Religionen. Am Donnerstag kniete das Oberhaupt der katholischen Kirche vor Flüchtlingen nieder, die auf abenteuerlichen Wegen Italien erreicht hatten, wusch und küsste ihnen die Füße - und ließ dafür gezielt auch mehrere Muslime auswählen. Sie kamen aus dem schon seit Jahren von Dschihadisten heimgesuchten Mali, aber auch Christen aus dem von der Miliz Boko Haram gebeutelten Nigeria waren dabei.

Voller Vorfreude und Aufregung hatten die Bewohner des Zentrums in Castelnuovo del Porto in der Nähe Roms den hohen Besuch aus dem Vatikan erwartet. Sie begrüßten den Pontifex unter großem Applaus, auf einer riesigen Flagge hatten sie "Herzlich willkommen" in zahlreichen Sprachen geschrieben und eine Friedenstaube gemalt. Die Friedensbotschaft des Papstes ließ dann auch nicht lange auf sich warten. "Ihr, wir, alle zusammen, verschiedene Religionen, verschiedene Kulturen, aber Kinder des selben Vaters, Brüder", sagte er und verurteilte erneut die Anschläge von Brüssel als "Geste des Krieges, der Zerstörung".

Auch vier Frauen waren zu der Zeremonie geladen. Das ist neu, so etwas gibt es erst, seit Franziskus auf dem Stuhl Petri sitzt. Seine Vorgänger wuschen ausschließlich Priestern die Füße, Franziskus wählt Laien aus - darunter Kranke, Behinderte und Häftlinge. Frauen waren in den Vatikan-Regeln nicht vorgesehen. Erst seit Januar sind Frauen und Mädchen per Dekret zu der Zeremonie zugelassen.

(dpa)
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