| 10.06 Uhr

Atomstreit mit Nordkorea
Trump erklärt sich zu Telefonat mit Kim bereit

Donald Trump Trump schließt direkte Gespräche mit Nordkorea nicht aus
Donald Trump im Oval Offic (Archiv). FOTO: rtr, JE/gk/smc
Thurmont. Bisher schickte Trump nur Drohungen in Richtung Nordkorea. Aber jetzt weicht er von seiner kriegerischen Rhetorik ab und zeigt sich offen für ein direktes Gespräch mit Kim Jong Un.

Er sei "absolut" zu einem Telefonat mit Kim bereit, antwortete US-Präsident Donald Trump, als er von Journalisten danach gefragt wurde. "Ich würde das machen. Ich habe damit kein Problem", sagte Trump in Camp David. "Ich glaube immer an Gespräche." Trump unterstrich jedoch, dies bedeute nicht, dass er ohne Vorbedingungen ein solches Gespräch führen würde. Welche Bedingungen erfüllt sein müssten, sagte er nicht.

Die Nachrichtenagentur Reuters wertete Trumps Äußerung als "deutliche Abkehr" von seinen bisherigen Drohungen gegen Kim. Im vergangenen Jahr hatte der US-präsident noch Nordkoreas Machthaber als "kleinen Raketenmann" bezeichnet und ihm mit seinen Atomwaffen gedroht. Hintergrund ist der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm.

Vorsichtige Annäherung zwischen Nord- und Südkorea

Am Freitag hatte jedoch Außenminister Rex Tillerson grundsätzliche Gesprächsbereitschaft mit Nordkorea signalisiert. Das Land müsse aber verstehen, dass aus Sicht der USA "eine endgültige, vollständige Denuklearisierung" Ziel sein müsse. Im vergangenen Jahr hatte Trump seinen Außenminister dafür noch kritisiert, dass er die Möglichkeit von Verhandlungen mit Pjöngjang ins Gespräch gebracht hatte.

In der vergangenen Woche hatten Süd- und Nordkorea die ersten formellen Gespräche seit mehr als zwei Jahren vereinbart Sie sollen am Dienstag in einer Grenzstadt erfolgen. Dabei geht es unter anderem um die Olympischen Winterspiele in Südkorea im Februar. "Jetzt reden sie über Olympia. Das ist ein Anfang, es ist ein großer Anfang", sagte Trump. Er habe mit seinem südkoreanischen Kollegen Moon Jae In gesprochen, und dieser habe ihm für seine harte Haltung gedankt.

Kim "weiß, dass ich nicht herumspiele", sagte Trump nach Gesprächen mit republikanischen Kongressabgeordneten und Mitgliedern seiner Regierung über die Agenda für das Jahr 2018. "Ich spiele nicht einmal ein bisschen herum, nicht einmal ein Prozent. Er versteht das."

(wer/ap/REU/afp)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Donald Trump Trump schließt direkte Gespräche mit Nordkorea nicht aus


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.