| 17.47 Uhr

Steinmeier und der Iran
Rohani kann warten

Hassan Rohani kann warten
Außenminister Frank-Walter Steinmeier brachte bei seinem Besuch im Iran eine Einladung für Präsident Rohani ins Spiel. FOTO: dpa, mkx jhe
Meinung | Teheran. Realpolitik ist anstrengend. Die Nahost-Reise von Außenminister Frank-Walter Steinmeier führte den SPD-Mann in Länder, die man durchaus als Schurkenstaaten bezeichnen kann, wenn Menschenrechte universell gelten. Von Michael Bröcker

Hinrichtungen, Diskriminierungen und ein im 21. Jahrhundert unfassbares Verständnis von der Rolle der Frau lassen einen ratlos zurück.

Und doch war die Reise richtig.

Zu einflussreich sind Iran und Saudi-Arabien für eine Friedensperspektive in Syrien. Und damit auch entscheidender Faktor für den Rückgang der Flüchtlingszahlen in Deutschland. Alles hängt mit allem zusammen.

Steinmeier ist das Eichhörnchen der Außenpolitik. Geduldig, besonnen, nachhaltig wirbt er in jedem Gespräch für Dialog und Diplomatie. Das rechtfertigt Vieles.

Eine überhastete Einladung des iranischen Staatspräsidenten Hassan Rohani gehört aber nicht dazu.

Schon aus Verbundenheit der Deutschen zum Staat Israel, den der Iran auslöschen will. Die Bundeskanzlerin hat das Existenzrecht Israels zurecht 2008 als deutsche Staatsräson bezeichnet.

Dabei bleibt es. Rohani kann warten.

Saudis machen im deutschen Pavillon Selfies mit Grundrechten FOTO: dpa, mkx tba
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hassan Rohani kann warten


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.