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Auszeichnung
Türkische Zeitung "Cumhuriyet" erhält Alternativen Nobelpreis

Türkische Zeitung "Cumhuriyet" erhält Alternativen Nobelpreis 2016
Die Zeitung "Cumhuriyet" ist im Visier der türkischen Ermittler FOTO: dpa
Stockholm. Die regierungskritische türkische Zeitung "Cumhuriyet" bekommt in diesem Jahr den  Alternativen Nobelpreis. Zu den Preisträgern gehört auch eine syrische Hilfsorganisation.

Für ihren Beitrag zur Meinungsfreiheit wird die türkische Zeitung "Cumhuriyet" mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Die Redaktion werde "für ihren unerschrockenen investigativen Journalismus und ihr bedingungsloses Bekenntnis zur Meinungsfreiheit trotz Unterdrückung, Zensur, Gefängnis und Morddrohungen" geehrt, wie die Right Livelihood Award Stiftung in Stockholm berichtete. Zu einer Zeit, in der die Meinungsfreiheit in der Türkei zunehmend bedroht sei, beweise die "Cumhuriyet", dass die "Stimme der Demokratie nicht zum Schweigen gebracht werden kann".

Außerdem werden die ägyptische Feministin Mozn Hassan, die russische Menschenrechtsaktivistin Swetlana Gannuschkina und die Organisation "Weißhelme" mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. 

Die syrischen "Weißhelme" gelten auch als Kandidat für den Friedensnobelpreis, der am 7. Oktober in Oslo bekanntgegeben wird. Zahlreiche Hollywood-Promis haben sich für eine Auszeichnung der rund 3000 Freiwilligen eingesetzt, die ihr Leben riskieren, um ihre Mitmenschen nach Bombenangriffen aus den Trümmern zu retten. "Die Weißhelme sind tief berührt", sagte der Direktor der Organisation, Raed al Saleh. Die Auszeichnung sei auch eine Anerkennung "für die Tapferkeit der Zivilbevölkerung in Syrien, die versucht, ein Leben in Würde zu führen".

Feministin darf wohl nicht zur Preisvergabe kommen

Die ägyptische Feministin Hassan und ihre Organisation "Nazra für feministische Studien" bekommen den Preis "für ihren Einsatz für die Gleichstellung und die Rechte von Frauen unter Umständen von anhaltender Gewalt, Missbrauch und Diskriminierung". Weil gegen sie ermittelt wird, darf Hassan das Land derzeit nicht verlassen. "Das wird in vielen Ländern inzwischen gegen Akteure der Zivilgesellschaft verwendet, dass man sie als westliche Spione oder Vaterlandsverräter brandmarkt, weil sie Unterstützung aus dem Ausland bekommen", sagte der Direktor der Right Livelihood Award Stiftung, Ole von Uexküll.  Dafür, dass Hassan zur Preisverleihung nach Stockholm kommen kann, will sich die Stiftung mit dem Netzwerk der Preisträger einsetzen.

Swetlana Gannuschkina engagiert sich seit 1990 in Russland für Migranten und Binnenvertriebene und hat nach Angaben der Stiftung mehr als 50.000 von ihnen rechtliche Unterstützung, humanitäre Hilfe und Bildung ermöglicht. Die Russin nannte die Preisvergabe "eine große Ehre und eine Solidaritätsbekundung". "Betrüblicherweise ist heute nur eine sehr kleine Anzahl an Flüchtlingen in Russland willkommen und die Rechte von Migranten werden regelmäßig verletzt", sagte sie.

Die Alternativen Nobelpreise werden seit 1980 jährlich in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen an Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden vergeben. Die vier Preisträger teilen sich das Preisgeld von drei Millionen schwedischen Kronen (rund 313.000 Euro).

(crwo/dpa)
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