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Verteidigungsminister Jung: Afghanistan-Einsatz kein Krieg

zuletzt aktualisiert: 02.07.2009 - 09:10

Berlin (RPO). Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat seine Einschätzung bekräftigt, dass es sich bei dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr nicht um Krieg handelt. Diese Diskussion müsse endlich aufhören, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Inforadio des rbb.

Minister Jung: "Einen Heiligen Krieg daraus machen".  Foto: AFP, AFP
Minister Jung: "Einen Heiligen Krieg daraus machen". Foto: AFP, AFP

Sie trage "nur den Taliban Rechnung, denn die wollen natürlich einen Heiligen Krieg daraus machen". Gleichzeitig schloss er militärische Einsätze der deutschen AWACS-Aufklärungsflugzeuge in Afghanistan aus. Mit dem Thema befasst sich heute der Bundestag.

Jung erklärte, die AWACS-Maschinen hätten keine Feuerleitfunktion und keine Bodenfunktion, sondern "eine Funktion, den Flugverkehr im Luftraum von Afghanistan zu regeln". Das sei "der klare Auftrag".

Im ZDF-Morgenmagazin sagte Jung, es sei "unverantwortlich" eine Diskussion darüber zu führen, ob sich deutsche Soldaten in Afghanistan im Krieg befänden. "Wir führen dort einen Stabilisierungseinsatz aus und es ist wahr, wir sind in Kampfsituationen, insofern ist das auch ein Kampfeinsatz."

Er weigere sich aber von Krieg zu sprechen, denn das sei es "was die Taliban wollen. Sie wollen, dass wir von Krieg sprechen, dann sind sie Kombattanten und können auch berechtigterweise auf uns schießen. Aber sie sind Verbrecher, sie sind Terroristen und es ist kein Krieg", sagte Jung.

Angesichts der in Thüringen bevorstehenden Trauerfeier für die drei in Afghanistan ums Leben gekommenen Bundeswehrsoldaten sprach Jung von einem "schweren Gang". Er werde den Familien "deutlich machen, welch gute Soldaten und hervorragende Kameraden ihre Söhne waren und dass ich an ihrer Seite stehe".

Die Soldaten waren am 23. Juni in der Nähe ihres Stützpunktes in Kundus mit vier anderen Soldaten in einem Transportpanzer Fuchs unterwegs, als sie von Aufständischen angegriffen wurden. Der Panzer kippte in ein Gewässer. Dabei wurden ein 21-jähriger Hauptgefreiter aus Thüringen, ein 23-jähriger Obergefreiter aus Sachsen-Anhalt und ein 23-jähriger Hauptgefreiter aus Brandenburg getötet.

Die ersten beiden waren Angehörige des in Bad Salzungen stationierten Panzergrenadierbataillons 391. Der dritte Soldat gehörte zum Fallschirmjägerbataillon 263, das in Zweibrücken stationiert ist.

Quelle: AP/adm

 
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