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Berlin
Zahl der Maghreb-Flüchtlinge auf monatlich 600 gesunken

Berlin. Die Zahl der Menschen, die aus Marokko, Tunesien und Algerien nach Deutschland einreisten, ist zuletzt drastisch gesunken. Im Januar hatten die Bundesländer bei der Erstregistrierung nach dem EASY-System noch 3356 Personen aus den Maghreb-Staaten gezählt, im Februar waren es nur noch 600. Das teilte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gestern mit. Die Zahlen für März wollte die Behörde noch nicht nennen. Aus Regierungskreisen hieß es aber, dass die Anzahl der Maghreb-Flüchtlinge voraussichtlich weiter zurückgehe. Von Jan Drebes

Zuletzt hatte es nach Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht eine politische Debatte um den Umgang mit straffällig gewordenen Flüchtlingen aus Nordafrika gegeben. Ob die Maghreb-Länder zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt und Abschiebungen erleichtert werden, entscheidet sich im Bundesrat. Dort kommt es auf die Stimme von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) an. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte unterdessen mit Tunesiens Staatschef Habib Essid vereinbart, dass abgelehnte tunesische Asylbewerber schneller abgeschoben werden.

Der Anteil der Asylantragsteller aus Marokko, Tunesien und Algerien an allen Flüchtlingen ist mit nur etwa einem Prozent sehr gering. Die meisten der 117.392 Asylanträge im Januar und Februar stellten Syrer (knapp 52 Prozent).

(jd)
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