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Tischtennis-WM
Chinesischer Trainer wegen Spielschulden suspendiert

Tischtennis-WM 2017: Chinesischer Trainer wegen Spielschulden suspendiert
Kong Linghui verfolgt das Match einer seiner Spielerinnen. FOTO: rtr, FL/KTS
Düsseldorf. Ein Eklat um Damen-Trainer Kong Linghui erschüttert Chinas Team bei der Tischtennis-WM in Düsseldorf. Der Coach musste aus Deutschland abreisen.

Wegen eines Betrugsverfahrens in Zusammenhang mit Spielschulden suspendierte der nationale Verband CTTA den Olympiasieger und Ex-Weltmeister nach Angaben von Chinas staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua vor Beginn der WM-Hauptrunden und schickte den 41-Jährigen wieder nach Hause.

"Sein Verhalten ist ein Verstoß gegen die Maßgaben für Offizielle im Staatsdienst", teilte der CTTA mit.

"King" Kong soll sich Informtionen der Zeitung South China Morning Post 2015 während einer Ferienreise in Singapur in seiner mondänen Unterkunft umgerechnet gut 650.000 Euro für Spieleinsätze in einem Kasino geliehen und später nicht vollständig zurückgezahlt haben. Das Luxushotel hat den ehemaligen Profi von Ex-Meister TTF Ochsenhausen und des damaligen Bundesligisten TTF Bad Honnef demnach auf Erstattung der noch ausstehenden Restsumme von gut 300.000 Euro verklagt.

Kong bestritt auf seiner Seite in Chinas Sozialnetzwerk Weibo jegliche Verwicklung in die Affäre. Die Spielschulden hätten Freunde und Verwandte gemacht, teilte die chinesische Tischtennis-Ikone weiter mit.

Das anhängige Verfahren ist nicht Kongs erster Konflikt mit dem Gesetz. 2006 war er wegen Trunkenheit am Steuer mit einer Geldstrafe und Entzug des Führerscheins belegt worden.

"King" Kong gehörte nach der Schwächephase der Chinesen von Ende der 80er bis Mitte der 90er Jahre zu den Superstars im Reich der Mitte. Sein WM-Triumph 1995 in Tianjin war der Anfang von Chinas heutiger Dominanz. 2005 bei der WM in Shanghai verhinderte Kong mit Wang Hao im Doppelfinale einen Erfolg des deutschen Duos Timo Boll/Christian Süß.

(sid)
 
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