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Aus bei Basketball-EM naht
Deutschland fehlen gegen Italien nur Kleinigkeiten

Deutschland - Italien
Deutschland - Italien FOTO: dpa, rje kno
Berlin. Wieder schlichen die deutschen Basketballspieler als Verlierer vom Feld. Doch welch ein Unterschied zur 75:80-Niederlage am Vortag nach einer blutleeren Vorstellung gegen die Türkei: Am Ende konnte aber – nach einem mitreißenden Kampf der Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) zwar – erneut der Gegner jubeln. 89:82 (76:76, 42:42) siegten die Italiener. Von Eckhard Czekalla

Die dritte Niederlage im vierten Vorrundenspiel in Berlin – und dennoch ist der Traum vom Achtelfinale noch nicht vorbei. Am Donnerstag (17.45 Uhr/Liveblog) muss allerdings Spanien besiegt werden. Dazu gibt es keine Alternative. Die letzten Sekunden der fünfminütigen Verlängerung waren bitter. Erst stürzte Dennis Schröder, und im Gegenzug erhöhte Marco Belinelli per Dreier auf 87:82. Dann verlor Dirk Nowitzki den Ball. Aus und vorbei.

"Wir werden eine andere Mannschaft erleben", hatte Bundestrainer Chris Fleming mit Blick auf die enttäuschende Vorstellung am Vortag gegen die Türkei betont. Er behielt Recht. Für Stephan Baeck, 1993 im Team, das bei der Heim-EM sensationell den Titel geholt hatte, war dies keine Überraschung: "Wie gegen Serbien hast du als Spieler Respekt vor Italien. Da bekommst du von deinen Teamkollegen alle Hilfe, die du brauchst."

Überraschend hatte Fleming den Bamberger Karsten Tadda, in den drei Spielen zuvor gerade mal zehn Minuten dabei, in die Startformation beordert. Tadda machte seine Sache gut, wie auch seine Teamkollegen. Nowitzki füllte die Center-Rolle aus, wechselte sich dabei mit Tibor Pleiß ab.

Der Mann aber, der das deutsche Spiel prägte, war Dennis Schröder. Gegen die Türkei in der ersten Halbzeit untergetaucht, lieferte er diesmal ein spektakuläres Spiel. 29 Zähler sammelte der NBA-Profi aus Atlanta, hatte dabei oft auch das Auge für seine Mitspieler, leistete sich aber einige Ballverluste. Doch auch die anderen Jungs im DBB-Dress zeigten Herz, ob es ein Paul Zipser (11 Punkte) war oder der junge Maodo Lo, ob Tibor Pleiß (11) oder Robin Benzing. Doch am Ende reichte es nicht.

Die Gastgeber starteten gut. 17:9 war die höchste Führung, die mit der Halbzeitsirene aufgebraucht war, als Daniel Hackett zum 42:42 traf. Auch in der zweiten Halbzeit führte das Fleming-Team lange Zeit, lag maximal mit sieben Punkten (63:57) vorn. Aber Italien hatte ja sein Trio aus der NBA. Nur sechs der 34 Punkte sammelten die Mitspieler von Danilo Gallinari (Denver/insgesamt 25 Punkte), Marco Bellinelli (Sacramento) und Andrea Bargnani (Brooklyn/beide 17) im zweiten Durchgang, in dem Schröder den letzten Wurf hatte. Er konnte den Ball aber nicht zum verdienten 78:76 im Korb versenken.

In der Verlängerung waren die Spieler von Trainer Simone Pianigiani die glücklicheren. Es waren Kleinigkeiten, die am Ende entschieden. Hätte sich Anton Gavel, der bislang in der Offensive wenig Akzente setzen konnte, beim Stand von 80:80 zweimal am eigenen Korb im Kampf um den Ball durchgesetzt, hätte die Partie vielleicht einen anderen Sieger gehabt. Und als Schröder dann stürzte, war die Partie gelaufen.

Die Italiener hatten sich am späten Dienstagabend mit dem 105:98 gegen Spanien zurück ins Turnier gespielt und stehen nach dem Erfolg im Achtelfinale. Die deutsche Mannschaft, die in der Defensive intensiv dagegen hielten, muss noch bangen. Die Niederlage gibt dennoch Mut für das "Finale" am Donnerstag. Dann entscheidet sich, ob die spanischen oder deutschen Spieler im Flugzeug sitzen, das die Teams noch in der Nacht zur Endrunde nach Lille befördert.

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