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Formel 1 in Monaco
Ricciardo fährt Bestzeit – Hamilton schneller als Rosberg

GP von Monaco 2016: Freies Training
GP von Monaco 2016: Freies Training FOTO: afp
Weltmeister Lewis Hamilton entschied den ersten Schlagabtausch mit Mercedes-Stallrivale Nico Rosberg für sich, doch der Mann des Tages saß im Red Bull. Der Australier Daniel Ricciardo sicherte sich im freien Training mit mehr als einer halben Sekunde Vorsprung überraschend klar die Bestzeit.

WM-Spitzenreiter Rosberg wurde hinter Hamilton Dritter - Ferrari-Star Sebastian Vettel enttäuschte derweil und holte nur Rang sechs in der Tagesabrechnung.

Ricciardo unterstrich in 1:14,607 Minuten auf dem legendären Stadtkurs dagegen die Ambitionen von Red Bull, auch im Fürstentum um den Sieg zu kämpfen. Beim vergangenen Grand Prix in Barcelona hatte Teamkollege Max Verstappen einen Sensationssieg gefeiert, nachdem er vom völlig unnötigen Crash der beiden Silberpfeile profitiert hatte. Verstappen zeigte am Donnerstag als Vierter wieder eine starke Vorstellung und hängte Ferrari erneut ab.

Bei perfekten äußeren Bedingungen gab es für Rosberg einen ersten kleinen Dämpfer im teaminternen Duell. Nach den vier Siegen des Deutschen zum Saisonauftakt war Hamilton zumindest zum Auftakt schneller als sein ungeliebter Kollege. Trotzdem will Rosberg nach drei Erfolgen in Serie am Sonntag (14 Uhr/Live-Ticker) zum vierten Mal in Serie im Fürstentum gewinnen.

Das gelang in Monaco bislang nur einem: dem legendären Ayrton Senna. Der Brasilianer schaffte es zwischen 1989 und 1993 sogar fünfmal in Folge ganz nach oben, ist mit insgesamt sechs Triumphen Rekordsieger vor Michael Schumacher (5). Rosberg könnte den beiden Motorsportikonen nun zumindest in dieser Wertung näher kommen - muss sich dafür aber steigern.

"Es bedeutet mir mehr, hier zu gewinnen, denn es ist mein Heimrennen und das speziellste Rennen in der ganzen Saison. Das gibt einen positiven Schub", sagte der Wahl-Monegasse Rosberg, der in der Gesamtwertung mit 100 Punkten vor Kimi Räikkönen (Ferrari/61), Hamilton (57) und dem viermaligen Weltmeister Vettel (48) führt.

Aktuell ist sein Vorsprung nach fünf Rennen (noch) beträchtlich, doch auf den Weg zu seinem ersten WM-Titel muss der 30-Jährige weiter Vollgas geben. Dabei erlebte der Vizeweltmeister gleich zum Auftakt eine Schrecksekunde, als er am Ende des ersten freien Trainings mit einem Plattfuß die Box ansteuern musste. Ein loser Gullideckel hatte den linken Hinterreifen zerstört.

Auf der Strecke leisteten sich Hamilton und Rosberg den einen oder anderen Verbremser, ohne aber großartig in Bedrängnis zu geraten. Das Verhältnis der beiden Piloten sei derweil auch nach dem Unfall beim Grand Prix in Spanien, bei dem sich beide gegenseitig in der ersten Runde ins Kiesbett gerammt hatten, unverändert. "Alles ist geregelt, alles ist gut", sagte Rosberg. Und Hamilton meinte: "Alles, was wir wissen müssen, ist, dass wir immer noch Respekt haben. Das ist der Fall."

Deutlich schwächer als erwartet war Vettel unterwegs. Er beschädigte sich am Nachmittag bei einem Dreher den Heckflügel an einer Leitplanke und berührte wenig später nach einem zweiten Fauxpas erneut die Streckenbegrenzung. Im Rennen will der Heppenheimer die Silberpfeile trotzdem attackieren, dürfte dabei aber starke Konkurrenz seines Ex-Arbeitgebers bekommen. Red Bull präsentierte sich zum Auftakt noch stärker als ohnehin erwartet - der neue Renault-Motor in Ricciardos Wagen scheint die gewünschte Verbesserung zu bringen.

(sid)
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