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Formel 1 in China
Rosberg und Hamilton setzen gegen Ferrari auf Zusammenhalt

Fotos: Der Feind im eigenen Team
Fotos: Der Feind im eigenen Team FOTO: Universal Pictures
Shanghai. Im erbitterten Kampf gegen den erstarkten Herausforderer Sebastian Vettel rücken sogar die Mercedes-Stallrivalen Nico Rosberg und Lewis Hamilton wieder enger zusammen. "Hoffentlich haben wir einen guten Plan erarbeitet, um die roten Autos in Shanghai zu schlagen", schrieb Rosberg bei Facebook unter ein gemeinsames Foto des Silberpfeil-Duos. Darauf sind Weltmeister Hamilton und Vize Rosberg nach einem Besuch der Fabrik in England in einem Privatjet zu sehen.

Vettels erster Ferrari-Sieg in Malaysia ließ beim zuletzt so überlegenen Werksteam die Alarmglocken schrillen. "Ferrari hat die Lücke geschlossen und ist näher dran, als es alle Rivalen in der vergangenen Saison waren", sagte Rosberg. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff wurde noch deutlicher: "Uns erwartet da ein massiver Kampf. Für uns ist das ein Weckruf. So etwas darf man sich nicht oft leisten."

Mit einer taktischen Meisterleistung hatte der viermalige Weltmeister Vettel Hamilton und Rosberg in seinem erst zweiten Rennen für die Scuderia auf die Plätze zwei und drei verwiesen. Deswegen gab es vor dem Großen Preis von China am Sonntag (8 Uhr/Live-Ticker) in Shanghai eine Krisensitzung in der Fabrik in Brackley. "Jetzt sind alle wach, denn es gibt wieder einen Konkurrenten, der aus eigener Kraft gewinnen kann", sagte Niki Lauda, der Aufsichtsratschef des Teams. Deswegen müssten jetzt "alle an einem Strang ziehen".

Auf den Zusammenhalt kommt es an. Sind sich Rosberg und Hamilton in der Vergangenheit auch gerne mal aus dem Weg - oder verbal aufeinander los - gegangen, soll sich das nun ändern. Eine gemeinsame Besprechung war ein erster Schritt. "Dieses Mal waren alle da, wir haben in großer Runde das Rennen analysiert und sind jetzt bestens gerüstet für China", sagte Lauda der "Bild".

Fotos: Hamilton führt protzige Goldkette spazieren FOTO: afp, eis/tbr
 

Laut Wolff könnte aber auch ein taktisches Umdenken stattfinden. "Vielleicht müssen wir künftig auch Entscheidungen treffen, die im deutschen oder englischen Lager unpopulär sind", sagte der Österreicher. Was er meint: In Zukunft werden Hamilton und Rosberg nicht mehr unbedingt mit der selben Strategie ins Rennen geschickt. Das war wegen des internen Fairplays zuletzt der Fall.

Nach zwei Rennen führt Titelverteidiger Hamilton (43) in der WM-Wertung knapp vor Vettel (40) und Rosberg (30), der vor den Toren Shanghais zurückschlagen will. "Ich werde Lewis weiter hart Druck machen", sagte der 29-jährige Wiesbadener. Bislang musste er sich dem Engländer, der im Vorjahr in Shanghai gewann, jedoch zweimal klar geschlagen geben.

Doch Rosberg reist ebenfalls mit guten Erinnerungen nach China. "Diese Strecke hat mir schon immer gut gelegen. Dort habe ich 2012 meine erste Pole und meinen ersten Sieg geholt", sagte er. Rosberg gab aber zu, "keinen perfekten Start" in sein sechstes Jahr bei Mercedes hingelegt zu haben, doch "ich bin fest entschlossen, dass an diesem Wochenende umzukehren".

Hamilton lässt sich davon nicht irritieren und sagt lieber gleich Vettel den Kampf an. "Beim nächsten Rennen werden wir schneller sein", so der zweimalige Weltmeister. Die große Hitze in Malaysia hatte den Silberpfeilen Probleme bereitet, in Shanghai wird es zwar deutlich kühler, doch trotzdem rechnet Hamilton mit einer Ferrari-Attacke: "Sebastians Sieg war keine einmalige Sache."

(sid)
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