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Bayer Leverkusen
"Chicharito" macht Bayer flexibler

Hernandez in Leverkusen vorgestellt
Hernandez in Leverkusen vorgestellt FOTO: dpa, mb hak
Leverkusen. Der mexikanische Neuerwerb deutete in Leverkusens Testspiel gegen Paderborn seine Fähigkeiten an. Roger Schmidt sieht ihn als eine von zwei Spitzen - was für die Verteilung des Mittelfeldes interessante Positionsspiele ermöglicht. Von Jim Decker

Er ist der Königstransfer bei Bayer 04, und das ist deutlich zu spüren. Ob Fans, Reporter oder Verantwortliche - seit seinem Wechsel nach Leverkusen dreht sich fast alles nur noch um Javier Hernandez, genannt "Chicharito".

Der Mexikaner soll eine ernsthafte Alternative zu Dauerbrenner Stefan Kießling bilden. An dieser Aufgabe ist Josip Drmic zuletzt gescheitert. Der Unterschied: Hernandez ist international erfahren und ein großer Name, lief 190 Mal für Real Madrid und Manchester United auf.

Einen ersten Eindruck hinterließ Hernandez am Mittwoch in Paderborn. Beim Abschiedsspiel für Co-Trainer Markus Krösche, einst ein Kultspieler beim SCP, spielte er 72 Minuten an der Seite von Stefan Kießling. "Ich muss lernen, wie die Anderen spielen. Und sie müssen lernen, wie ich spiele", kündigte Chicharito an. Dass das Sturmduo Kießling/Hernandez Zukunft haben könnte, bestätigte Krösche, der den in der Schweiz bei einer Trainertagung weilenden Roger Schmidt vertrat: "Es ist alles offen. Wir haben gesehen, dass die beiden gut harmonieren können."

Fotos: Hernandez hat nach Tor Tränen in den Augen FOTO: afp, Desk

Bayers Neuerwerb deutete dabei sein enormes Können an. Schneller als Stefan Kießling sind viele, "Chicharito" geht dabei aber die körperliche Robustheit nicht ab. Selbst als Anspielstation bei hohen Bällen steht er dem Platzhirsch nur wenig nach. Möglich macht dies seine extreme Sprungkraft. 72 Minuten lang stürmten Kießling und Hernandez gemeinsam, dann gingen sie - ebenfalls zusammen. Vorher übernahm Mexikos Nationalspieler den offensiveren Part. Während er sich eher in Lauerstellung an der gegnerischen Viererkette positionierte, attackierte Kießling wie gewohnt schon im Mittelfeld.

Doch wohin mit dem Star? Kießling gilt als beinahe unersetzbar für das Schmidtsche System. "Chicharito" hat Bayer wohl kaum geholt, um ihn auf die Bank zu platzieren. Heißt im Umkehrschluss: Stürmen beide, drohen Härtefälle im Mittelfeld. Neben Kießling und Hernandez ist auch Admir Mehmedi ein Kandidat für den Sturm. Julian Brandt, Kevin Kampl und Karim Bellarabi (wie auch Mehmedi) bewerben sich um die zwei Außenbahnpositionen. Christoph Kramer, Lars Bender und wohl Hakan Calhanoglu kämpfen dann um zwei Plätze im defensiven Mittelfeld, für das überdies André Ramalho infrage kommt - und was zeigt, über welche vielfältigen Möglichkeiten Roger Schmidt verfügt, wenn sein Kader komplett ist.

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Langfristig wird sich auch Charles Aránguiz wieder in den Konkurrenzkampf einschalten. Im Moment hat der Trainer die Wahl zwischen einer defensiven Doppelsechs mit dem Gespann Kramer/Bender oder einer offensiveren Variante, in der der spielstärkere Calhanoglu neben einen der beiden rückt. Die Variante mit Calhanoglu weiter hinten hat Schmidt bereits mehrfach getestet. "Momentan ist alles möglich", entgegnete Krösche.

So werde selbst eine leichte Rückversetzung Hernandez' diskutiert, bei der die Stärken des Mexikaners noch besser zur Geltung kommen könnten. Einer Veränderung der Spielweise, mehr zugeschnitten auf den Stil "Chicharitos", erteilte der Co-Trainer aber eine Absage: "Wir werden nicht wegen eines Spielers unser System umstellen."

In Paderborn vergab Hernandez nach drei Minuten frei vor dem Tor, später bediente er Kießling mit einer präzisen Flanke. Ein durchwachsener erster Auftritt. "Wir müssen das Zusammenspiel noch trainieren", sagte "Chicharito" ensprechend. Künftig sollen die Aktionen der Stürmer öfter in Toren enden.

Quelle: RP
 
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