1. Bundesliga 16/17
| 20.21 Uhr

1. FC Kaiserslautern
Polizei droht Krawallmachern mit Führerschein-Entzug

Fans prügeln sich in Kaiserslautern auf der Tribüne
Fans prügeln sich in Kaiserslautern auf der Tribüne FOTO: dpa, fve fpt
Kaiserslautern. Vor dem ersten Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern in der 2. Bundesliga baut die Polizei vor Ort eine Drohkulisse auf. Via Twitter kündigt sie an, dass Fußball-Gewalttätern der Führerschein abgenommen werden könnte. Aber geht das so einfach? Von Jannik Sorgatz

Die Ausschreitungen auf dem Betzenberg nach dem Heimsieg gegen den Karlsruher SC im Oktober 2014 sind allen Beteiligten in schlechter Erinnerung geblieben. KSC-Krawallmacher hatten damals den Gästeblock verlassen und sich in Richtung FCK-Fankurve aufgemacht. Auf der Südtribüne, also in der Mitte, lieferten sich beide Lager eine wüste Schlägerei.

Darauf verweist die Kaiserslauterner Polizei in einer sogenannten Gefährderansprache, die die Webseite "FCK Wochenschau" vor dem ersten Heimspiel der Saison gegen Eintracht Braunschweig veröffentlicht hat. "Ich darf Ihnen auf diesem Wege mitteilen, dass die Polizei bei gewalttätigen Straftätern rund um Fußballspiele künftig sehr konsequent und mit niedriger Einschreitschwelle vorgehen wird", heißt es darin in Richtung eines potenziellen Gewalttäters. Die "FCK Wochenschau" interpretiert die Gefährderansprache so, "dass die Zeit der Deeskalation offenbar vorüber ist und nun wieder das Motto 'Knüppel aus dem Sack' angewandt werden soll".

Eine weitere mögliche Maßnahme ist der Entzug des Führerscheins. Er wird auch in dem Schreiben erwähnt und von der Polizei noch einmal via Twitter bekräftigt:

In der Tat ist es grundsätzlich möglich, dass wiederholte und schwere Straftaten die Eignung zur Fahrerlaubnis in Frage stellen. "Es gab Gespräche mit der Stadt und der Führerscheinstelle. Es gibt die Möglichkeit, wegen charakterlicher Schwäche den Führerschein wegzunehmen", erklärte Kaiserslauterns Polizeisprecher Wolfgang Denzer gegenüber der "Bild-Zeitung" den Tweet.

Schaut man in die Fahrerlaubnisverordnung, stößt man in §11 auf psychische Störungen als Grund für einen Führerschein-Entzug. Diese müssen jedoch von einem Gutachter nachgewiesen werden. Der Weg von Ausschreitungen beim Fußball bis zu solch einer Maßnahme erscheint sehr weit.

Auf Twitter reagieren die User wütend und nehmen die Ankündigung nicht sonderlich ernst.

Die "FCK Wochenschau" kritisiert zudem, dass die Polizei das Abbrennen von Pyrotechnik pauschal als Straftat bezeichnet. In der Praxis werden diese Vorfälle jedoch meist als Ordnungswidrigkeit geahndet. Fest steht: Mit ihren Tweets hat die Kaiserslauterer Polizei eine Drohkulisse aufgebaut, um Gewalttäter abzuschrecken.

(RPO)
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