| 11.26 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Der einsame Stindl und Platz 29 von 32

Einzelkritik: Nur Sommer besser als Note 4
Einzelkritik: Nur Sommer besser als Note 4 FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Borussia unterbietet bei Manchester City schon wieder einen Minusrekord im ersten Jahr unter André Schubert. Yann Sommer verhindert, dass sein Team zum ersten Mal in dieser Zeit sechs Tore kassiert, setzt aber auch einen Negativtrend fort. Von Jannik Sorgatz, Manchester

  • England feiert Pep Guardiola

Er hat es geschafft: erster Sieg gegen Borussia Mönchengladbach nach vier Spielen ohne, erster Sieg gegen André Schubert im dritten Anlauf. Pep Guardiola hustete zwar immer wieder auf der Pressekonferenz, aber das 4:0 seiner Mannschaft, die nicht mehr Bayern München, sondern Manchester City heißt, dürfte damit nichts zu tun gehabt haben. Gladbach hat den Katalanen diesmal nicht sportlich schlecht aussehen lassen, sondern nur seine Vorab-Einschätzungen zum Gegner. Borussia war meilenweit davon entfernt, City und Guardiola "leiden" zu lassen, wie der befürchtet hatte. Irgendwelchen Fieberträumen entstammten diese Lobeshymmen nicht. Aber wie er in Deutschland dasteht, kann Guardiola jetzt sowieso egal sein. Englands Presse liegt ihm vorerst zu Füßen.

  • Nur Lars Stindl schießt aufs Tor

Bei 9:3 hatte der Torschusszähler zur Pause gestanden. Da besaß Borussia noch die Perspektive, diese Bilanz und das Gesamtergebnis erträglicher zu gestalten. Doch 14:0 Torschüsse in der zweiten Hälfte machten das Resultat allenfalls insofern erträglich, als für Manchester auch sechs oder sieben Treffer im Rahmen des Möglichen waren. Die "Opta"-Grafik zu den Torschüssen nach dem Seitenwechsel sieht aus, als sei ein Köcher mit vielen bunten Pfeilen umgekippt. Bei Gladbach wurden nur drei Versuche in 90 Minuten gezählt, zwei abgeblockte und ein gefährlich von Lars Stindl aufs Tor – der gerade erst in Freiburg aufgestellte Negativwert unter Schubert ist noch einmal unterboten worden.

  • Yann Sommer steigert seinen Marktwert

Gegen Albanien bei der EM lief es für Yann Sommer ähnlich wie am Mittwoch. Der Vorrundengegner tauchte häufiger vor dem Tor des Schweizers auf, als aufgrund der Kräfteverhältnisse vorab zu erwartet gewesen war. Nun muss man zugeben, dass den Albanern eher überhaupt keine Angriffsbemühungen zugetraut wurden und sie dann drei, vier Großchancen hatten. In Manchester konnte Sommer schon ein halbes Dutzend Möglichkeiten einkalkulieren, um sich auszuzeichnen. Es wurde ein ganzes Dutzend. Solche Spiele mit übertroffenem Erwartungswert steigern zwar das internationale Ansehen eines Torhüters. Zwei von zwei Bällen zu halten, wäre Sommer aber lieber gewesen.

  • Alle drin in einem Jahr

Einer der elf Schüsse direkt auf sein Tor ereilte den Gladbacher Keeper aus einer für ihn sehr unangenehmen Position. Immerhin blieben Sommer diesmal drei Elfmeter erspart wie vor einem Jahr in Sevilla. Damals jedoch erlebte er es auch zum letzten Mal, dass einer nicht reinging, Kevin Gameiro traf die Latte. Sergio Agüeros Strafstoß in der 28. Minute war der 17. in Folge, den Sommer nicht parieren konnte, das für ihn so enttäuschende EM-Elfmeterschießen gegen Polen eingeschlossen. Seit er vom FC Basel nach Gladbach gewechselt ist, hat er von 33 Elfmetern nur einen gehalten. Das war 2015 im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Arminia Bielefeld – das Borussia trotzdem verlor.

  • Erstmal auf Platz 29

War dieser Spieltag nun Werbung für eine Superliga? Der FC Barcelona fertigte Celtic Glasgow mit 7:0 ab, Borussia Dortmund begrüßte Legia Warschau mit einem 6:0 zurück in der Champions League, der FC Bayern schlug den FK Rostow bei dessen Premiere 5:0 und Manchester City ließ Borussia Mönchengladbach – der Mannschaft, gegen die es vergangene Saison zweimal knapp gewesen war – beim 4:0 keine Chance. Das eine Quartett führt sozusagen die gruppenübergreifende Tabelle der Königsklasse an. Gladbach steht vorerst auf dem 29. Platz.

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