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Borussia Mönchengladbach
Ein Weitschuss vermiest Hintereggers Premiere

Das ist Martin Hinteregger
Das ist Martin Hinteregger FOTO: afp, HER
Mainz. Der Innenverteidiger gibt beim 0:1 in Mainz sein Startelf-Debüt für die Borussia, beim Gegentor ist er passiver Beobachter. Von Karsten Kellermann

Martin Hinteregger sagt: "Ohne Härte kommt man nicht weiter." Das ist mal eine Ansage, und am Freitag hatte Borussias neuer Verteidiger, der in der Winterpause für 2,5 Millionen Euro von Red Bull Salzburg ausgeliehen wurde, erstmals die Gelegenheit, seinen Ansatz nachhaltig in der Bundesliga vorzustellen.

Trainer André Schubert bot den 23-Jährigen bei Mainz 05 in der Startelf auf. Es war ein H&H-Debüt, denn auch Jonas Hofmann gab sein Debüt in der Anfangsformation. Es sollte allerdings kein erfolgreiches werden, weil Gladbach die Partie 0:1 (0:1) verlor und damit im zweiten Rückrundenspiel die zweite Niederlage kassierte.

Clemens' Flatterball fliegt über Sommer hinweg ins Tor FOTO: ap

Da die Borussen-Defensive in den vergangenen Spielen doch etwas löchrig war, war es auch Hintereggers Job, für mehr Stabilität zu sorgen. Er spielte den linken Part in der Innenverteidigung, neben Andreas Christensen. Die Spieleröffnung, seine Zweikampfstärke und das Stellungsspiel definiert Hinteregger als seine Stärken. Dass er trotz seiner erst 23 Jahre auch schon mehr als 200 Pflichtspiele absolviert hat, machte ihn zu einem recht erfahrenen Startelf-Erstling.

Ein anderer Österreicher gehörte am Freitag nicht zum Gladbacher Aufgebot – kurzfristig. Martin Stranzl, der Routinier, musste wegen Rückenproblemen passen, für ihn rückte Roel Brouwers in den Kader. Stranzl wird auch heute beim Testspiel gegen den FSV Frankfurt, in dem er eigentlich Spielpraxis sammeln wollte, wohl nicht mitwirken können.

Hinteregger und Christensen bekamen es derweil mit den laufstarken und beweglichen Mainzer Offensivkräften, dem Ex-Borussen Yunus Malli und dem Japaner Yoshinori Muto zu tun. Beide hatten sich, wie das gesamte Mainzer Team, zuletzt nicht durch sonderlich viel Konsequenz vor dem Tor hervorgetan – seit 285 Minuten war Gladbachs Gegner vor dem gestrigen Vergleich torlos. Das dänisch-österreichische Defensiv-Duo der Borussen wollte dafür sorgen, dass das Mainzer Manko Bestand hatte.

EInzelkritik: Christensen hat Abwehr im Griff – Traoré neben sich FOTO: dpa, fve fdt

Das gelang nicht. In der 21. Minute durfte Christian Clemens, der Ex-Kölner, der schon bei Borussias 1:2 im Hinspiel getroffen hatte, nach Ibrahima Traorés Ballverlust aus gut 18 Metern ungestört das Mainzer Führungstor erzielen. Die Bogenlampe überraschte Torwart Yann Sommer – und Hinteregger war wie Linksverteidiger Oscar Wendt nur passiver Beobachter statt Störer.

"Wir haben es Mainz da zu einfach gemacht. Das Zentrum war zu offen, das hätten wir schließen müssen", analysierte Borussias Co-Trainer Manfred Stefes in der Halbzeitpause. Die Passivität der Gladbacher Defensivspieler belegt die Statistik: Mainz hatte bis dahin 70 Prozent der Zweikämpfe gewonnen.

39 Minuten waren gespielt, als Hinteregger nach einer Ecke die Gelegenheit hatte, aktiv für eine Wende im Spiel zu sorgen. Doch sein Kopfstoß flog über das Tor von Loris Karius. Vor allem Lars Stindl und Raffael hatten indes im Verlauf der Partie noch weitaus bessere Gelegenheiten, um zumindest den Ausgleich zu erzielen. Doch da die ansonsten so treffsichere Offensive diesmal uneffektiv agierte, genügte dem Gastgeber der eine erfolgreiche Weitschuss, um Martin Hinteregger die Startelf-Premiere im Borussen-Trikot ordentlich zu vermiesen.

Hinteregger habe es wie Jonas Hofmann ordentlich gemacht, urteilte Trainer André Schubert im Anschluss. Nur: "Wir fangen uns zu einem Zeitpunkt ein Tor, wo wir noch antworten können. Die Chancen dazu waren da, aber wir haben sie nicht genutzt."

Quelle: RP
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