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Borussia Mönchengladbach
Linksfuß Nico Schulz soll Dampf machen

Porträt: Nico Schulz: Ein Berliner bei Borussia
Porträt: Nico Schulz: Ein Berliner bei Borussia FOTO: Dirk Päffgen
Kempen. Die Gewissheit, unter den ersten elf zu sein, kennt Nico Schulz schon länger. Quasi von Geburt an, denn "Schulz" rangiert in der Liste der häufigsten Nachnamen in Deutschland auf Rang neun. Von Stefan Klüttermann

Dass sich der 22-Jährige indes auch bei Borussias Heimspielauftakt am Sonntag (17.30 Uhr) gegen Mainz unter den ersten Elf widerfinden wird, ist eher unwahrscheinlich. Zwar tritt der U21-Nationalspieler, der gestern den Medizincheck in Mönchengladbach bestand, anschließend einen Vertrag bis 30. Juni 2019 unterschrieb und seinem bisherigen Verein Hertha BSC dem Vernehmen nach drei Millionen Euro an Ablöse in die Kasse spült, heute um 10 Uhr pünktlich zum Start der Trainingswoche seinen Dienst an, aber Lucien Favres Neujustierung seiner Elf nach dem desillusionierenden 0:4 von Dortmund dürfte ihn kaum in die Startformation spülen.

Auf jeden Fall ist Schulz nun da. Der Linksverteidiger Schulz. Der Innenverteidiger Marvin Schulz ist ja schon da. Und dann gab es bei Borussia ja auch mal in den 90ern einen Frank Schulz, und an Stephan Schulz-Winges wallendes Verteidiger-Haar erinnert sich auch so noch mancher Borussen-Fan. Nun also Nico Schulz - einer aus Max Eberls Beuteschema "entwicklungsfähiges Talent". "Wir haben die Entwicklung von Nico Schulz in den vergangenen Jahren genau verfolgt. Er passt sehr gut in unseren Kader", sagte Eberl gestern bei der Vollzugmeldung des Transfers.

Herthas Schulz sieht nach Notbremse Rot FOTO: dpa, pse

Vornehmlich und am liebsten, wie er unlängst kundtat, spielt Schulz den hinteren Part in der Viererkette. Die "Süddeutsche Zeitung" beschrieb ihn während der U21-EM in diesem Sommer in Tschechien so: "Er ist schnell, robust, furchtlos und kann so flanken, dass die Bälle auch beim Mitspieler ankommen." Dass er deswegen auch für die linke offensive Seite in Betracht kommt, wies Schulz schon in der Liga für Hertha nach, und bundesweit erschien er auf dem Radar im EM-Spiel gegen Tschechien, als er für Horst Hrubeschs Team das Tor beim 1:1 erzielte. Josip Drmic dürfte es jedenfalls freuen, dass nun noch einer mehr unter seinen Mitspielern ist, der die Hereingabe noch als eine der ersten Optionen in seinem Repertoire abgespeichert hat.

In Berlin hätten sie mit dem Berliner Jung aus der eigenen Jugend gerne noch einmal langfristig verlängert. Aber der Dampfmacher wollte nach 15 Jahren weg, wollte etwas Neues, und Borussia kann eben aktuell mit der Champions League locken. Hoffenheim, der FC Genua oder der SSC Neapel hatten sich wohl auch um Schulz bemüht. In Berlin waren sie von ihm überzeugt, aber eben auch davon, dass er sich nun vom Talent aus weiterentwickeln, den nächsten Schritt machen müsse. Den macht er nach 98 Pflichtspielen und zwei Toren für Hertha nun in Gladbach. Dort werden sie auch beim DFB weiter mit Interesse seinen Werdegang verfolgen, denn beim Casting eines neuen, dauerhaften Linksverteidigers für die Nationalmannschaft sei auch Schulz auf Sicht durchaus in der Verlosung, ließ DFB-Sportdirektor Hansi Flick durchblicken.

Fotos: Schulz vergibt frei vor Neuer FOTO: Screenshot Sky

Bei Borussia reagieren sie mit dem Transfer nicht zuletzt auf die unklare Verletzungssituation bei Alvaro Dominguez, der sich wegen anhaltender Rückenprobleme derzeit zur Reha in Spanien aufhält. Somit war Oscar Wendt der einzig verbliebene gesunde Linksfuß in der Defensive - für einen Verein, der in drei Wettbewerben unterwegs sein wird, kein haltbarer Zustand. Mit Schulz besitzt Favre nun eine Option mehr. Sogar eine doppelte.

Quelle: RP
 
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