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Borussia Mönchengladbach
Wendt: "Wollen wieder zeigen, wie gut wir sind"

Das ist Oscar Wendt
Das ist Oscar Wendt FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Borussias schwedischer Linksverteidiger spricht über Gegentor-Geschenke an den Hamburger SV, sein Jubiläum, das ihm wenig Spaß bereitete, ein Jahr Bundesliga ohne Pause und die Wichtigkeit des Derbys gegen den 1. FC Köln am Samstag. Von Karsten Kellermann

Oscar Wendt war sauer. Richtig sauer. Fluchend klackerte Borussias Linksverteidiger mit seinen Stollenschuhen über den glatten Boden der Mixed-Zone des Volksparkstadions, vorsichtig staksig, um nicht auszurutschen. Er winkte zunächst mal ab, als er nach seinen Ansichten zum 2:3 der Borussen beim HSV gefragt wurde. Wendt wollte erst mal runterkommen, sich sammeln.

Später dann, frisch geduscht und wieder mit der bekannten skandinavischen Ruhe ausgestattet, setzte er sich dann mit seinem 100. Bundesligaspiel auseinander. Seit dem 22. Februar 2015 - auch damals gab es ein Spiel in Hamburg, Borussia holte aber ein 1:1 - hat Wendt quasi eine Bundesliga-Saison am Stück, also 34 Spiele in Folge, absolviert und dabei keine Minute verpasst. Seine Jobbeschreibung hat sich aber verändert. Als Lucien Favre noch Trainer war, lernte Wendt defensiveres Denken, nun bei André Schubert sollen die Außenverteidiger weiter vorn spielen - mit allen Konsequenzen.

Wendt heiß auf Derbysieg: "Es kommt darauf an zu kämpfen"

Natürlich hatte sich Wendt sein Jubiläumsspiel in Hamburg anders vorgestellt, zumal es blendend begonnen hatte mit dem frühen 1:0 durch Fabian Johnson. Dann aber ging die Kontrolle verloren - auch, weil es seltsame Ungereimtheiten in der Defensive gab. Wendt war mittendrin, zunächst bei zwei Gegentoren und dann beim Anschlusstor zum 2:3, das er Raffael auflegte.

Herr Wendt, Glückwunsch zum Jubiläums-Spiel.

Wendt Solche Statistiken interessieren mich im Moment nicht. Wir haben unnötig in Hamburg verloren, wir haben einfach nicht genug gemacht. Und vom Gefühl her haben wir dem HSV die größten Chancen geschenkt.

Sie selbst waren in wichtigen Situationen des Spiels dabei: Beim ersten Gegentor standen sie neben Mo Dahoud, der den Ball nicht klären konnte, beim zweiten Gegentor waren Sie im Laufduell mit dem Torschützen Rudnevs, und später legen Sie Raffael das 2:3 auf.

Wendt Vor dem 1:1 können wir den Ball zehnmal wegschießen, bevor das Tor fällt. Nach der Ecke ist der Ball zwischen mir und Mo Dahoud. Ich dachte, er schießt den Ball weg, weil er sich nach vorn bewegt. Er probiert es, trifft den Ball aber nicht richtig. Beim 1:2 rutscht Martin Hinteregger der Ball unter dem Fuß her. Dann ist Rudnevs da. Ich versuche, ihn einzuholen, aber es ist zu spät. Solche Sachen passieren - leider konnten wir es nicht korrigieren.

Noch mal zurück zu Ihrem Jubiläum. Keine Bundesligaminute in 34 Spielen am Stück verpasst zu haben, ist das nicht sehr anstrengend?

Wendt Nein. Es macht Spaß, zu spielen. Sicher nicht, wenn wir verloren haben, aber normalerweise ist es eine große Ehre, mit den Jungs zu spielen. Ich will immer helfen, vorn und hinten. Da muss ich manchmal viel laufen. Aber es sind nur 90 Minuten, das ist kein Problem.

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Ein Problem gab es aber nach dem letzten Derby in Köln in der Hinrunde, das 0:1 verlorenging. Die Niederlage hatte weitreichende Konsequenzen, denn am Tag danach ist Trainer Lucien Favre zurückgetreten und André Schubert wurde Trainer. Welche Rolle spielt das Derby am Samstag?

Wendt Das Derby ist immer wichtig. für die Mannschaft, für den Verein, für unsere Fans. Es ist gut, dass das Spiel jetzt kommt, denn wir wollen eine Revanche. Egal wie, wir müssen das Spiel gewinnen, um wieder auf den richtigen Weg zu kommen, und um allen zu zeigen wie gut wir sind.

Wie gut ist Borussia denn? Nach der schwierigen Hinrunde war sie Vierter, jetzt ist sie Siebter. Drei der vier Spiele im Jahr 2016 gingen verloren, bei zwei Niederlagen, in Mainz und nun in Hamburg, war mehr drin.

Wendt Wir sind richtig gut. Nicht in Hamburg, aber generell. Wir waren Vierter nach der Winterpause. Gegen Dortmund kann man verlieren, in Mainz haben wir viele Chancen ausgelassen, gegen Bremen haben wir gut getroffen und jetzt in Hamburg zu viele Fehler gemacht. Entscheidend ist, dass wir im nächsten Spiel wieder zeigen, wie gut wir sind.

Hat Borussia in dieser Saison die Europapokal-Plätze wieder drauf?

Wendt Wir haben die Qualität, in Europa zu spielen. Eine Niederlage ändert nicht unsere Meinung.

Quelle: RP
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