1. Bundesliga 16/17
| 11.56 Uhr

Köln unterliegt Schalke 1:3
Wettballern in Müngersdorf

Fotos: Köln - Schalke
Fotos: Köln - Schalke FOTO: dpa, mjh hpl
Köln. Beim 3:1 der Schalker in Köln sehen die Zuschauer ein attraktives Fußballspiel mit insgesamt 35 Torschüssen. Von Martin Beils

Der 1. FC Köln stünde wohl deutlich besser da, wenn die ehrenwerten Regelhüter des Weltfußballs etwas eher auf die Idee gekommen wären, auf die Segnungen moderner Videotechnik zu bauen. Der Oberschiedsrichter am Bildschirm hätte Referee Wolfgang Stark beim Spiel gegen Schalke 04 ins Öhrchen flüstern können, dass Roman Neustädter FC-Kapitän Matthias Lehmann elfmeterreif gefoult hatte und dass Anthony Modeste bei seinem späten Treffer keineswegs im Abseits stand. Es ist bedauerlich für die Kölner, dass der Videobeweis wohl erst 2018/19 in die Bundesliga gelangt. In der Saison 2015/16 hätte er der Mannschaft von Trainer Peter Stöger schon ein halbes Dutzend Punkte einbringen können.

Doch die Fehlentscheidungen waren nicht der einzige Grund für die 1:3-Niederlage gegen die starken Schalker. Zu schwach war in dieser spektakulären Begegnung die Chancenverwertung durch Modeste, Marcel Risse, Philipp Hosiner und dem zumindest mit einem Kopfball erfolgreichen Leonardo Bittencourt. Und zu stark war die Vorstellung von Schalkes Torhüter Ralf Fährmann. "Was Ralle gehalten hat, war der Wahnsinn", fand sein Trainer André Breitenreiter. Mit sieben Zählern sind die Schalker der Gewinner der englischen Woche. Die Qualifikation für die Champions League ist realistisch. Kölns jüngste Ausbeute: nur einer von neun möglichen Zählern. Stögers Team steht auf dem vorletzten Platz der Rückrundentabelle. Nur die Hannoveraner, bei denen der FC am Samstag antreten muss, sind noch schlechter. Doch Stöger bleibt gelassen: "Wir wissen um unsere Qualitäten, und wir haben ja auch noch ein Polster." Sechs Punkte sind es noch bis zum Relegationsplatz. Doch der Trend spricht gegen den FC.

Fotos: Kölns Maroh verursacht nach 48 Sekunden Elfmeter FOTO: Screenshot Sky

Die Trainer erlebten ein "brutal attraktives Spiel für die Zuschauer" (Breitenreiter) bzw. ein "außerordentlich gutes Spiel" (Stöger). Der Elfmeter in der ersten Minute, den der holländische Torjäger Klaas-Jan Huntelaar verwandelte, setzte das Signal für eine spektakuläre Begegnung. 35 Torschüsse, nahezu gleichmäßig auf beide Seiten verteilt, sind ein Spitzenwert in der Liga. Gewitter von Flanken gingen auf beide Strafräume nieder. Nicht nur Torhüter Fährmann, sondern auch sein Kölner Gegenüber Timo Horn zeigte auf glitschigem Boden seine Klasse bei Bällen mit unangenehmen Flugbahnen.

Breitenreiter haben die starke Vorstellung seiner Mannschaft, der Sprung auf Platz vier und die gute Hand bei der Einwechslung des späteren Torschützen Franco di Santo Entlastung gebracht. Der Coach betonte zwar, dass es ihn nicht belaste, wenn die Öffentlichkeit über seine Person und einen möglichen abermaligen Trainerwechsel diskutiert, spurlos gehen solche Diskussionen aber sicher nicht an ihm vorbei. Nach dem kläglichen Ausscheiden in der Europa League gegen Schachtjor Donezk schienen seine Tage auf Schalke gezählt. Als der Name von Lucien Favre als vom künftigen Manager Christian Heidel favorisierter Trainer auftauchte, drohte das Thema eine Eigendynamik zu bekommen. Doch vorläufig scheint alles wieder gut. Und wenn Schalke am Freitag auch noch beim Rivalen Hertha BSC punktet, stimmt auf einmal wieder die Bilanz.

Quelle: RP
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