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Auftritt beim EM-Finale
Einlaufkind Zoe fiebert dem großen Tag entgegen

EM 2016: Einlaufkind Zoe fiebert dem großen Tag entgegen
Zoe ist eines der Einlaufkinder beim EM-Finale. FOTO: dpa, lix bwe
Paris. Wie auch immer das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Frankreich ausgeht: Die neunjährige Zoe steht auf jeden Fall im Finale - als Einlaufkind. Und mit ein bisschen Glück darf sie am Sonntag sogar die Hand von Bastian Schweinsteiger oder Thomas Müller halten.

Beim EM-Halbfinalspiel der deutschen Nationalelf gegen Frankreich am Donnerstag wird Zoe Stehle ganz besonders mitfiebern. Denn wenn sie Glück hat, und Deutschland gewinnt, darf die Neunjährige am Sonntag die Hand eines ihrer Idole halten - vielleicht die von Thomas Müller. Oder von Bastian Schweinsteiger. Denn Zoe ist eines der Einlaufkinder, die beim Finalspiel der Europameisterschaft in Paris mit den Sportlern ins Stadion gehen dürfen. "Am liebsten würde ich mit Thomas Müller oder Bastian Schweinsteiger laufen", sagt sie. Jérôme Boateng oder Mario Götze wären aber auch ok.

Armbruch beim Fußball

Das Mädchen aus Überlingen am Bodensee hatte sich mit einem 44 Sekunden langen Video für die Aktion beworben. Darauf ist Zoe noch mit einem Gips zu sehen - die Neunjährige hatte sich ausgerechnet beim Fußballspielen mit Freunden den Arm gebrochen. "Das hat weh getan", sagt sie. "Mir ist der Ball draufgeknallt."

In ihrem Bewerbungsvideo stellt sie aber gleich zu Anfang klar: "Bis zur EM bin ich wieder fit!" Dann singt sie einen Teil der deutschen Nationalhymne und tanzt zu "Auf uns" von Andreas Bourani, bevor sie mit einem Fußball aus dem Bild dribbelt. Sie hätten das Video schnell gedreht, sagt Zoes Mutter Le. "Das hat nur 5 bis 10 Minuten gedauert.

Umso größer war die Überraschung, dass die Schülerin bei der EM dabei ist - und dann auch noch im Finale. "Ich glaube, die Jury war von Zoes Natürlichkeit beeindruckt. Und dass so ein zierliches Mädchen so frei raus singt", sagt ihr Vater Michael.

Organisiert wird die EM-Eskorte von der Fastfoodkette McDonald's. 17 Kinder aus Deutschland sind dieses Mal dabei, darunter vier Mädchen. Zoe ist allerdings das einzige deutsche Kind, das beim Finale mitlaufen wird.

Um die Jury - in der auch der Sänger Mark Forster saß - zu überzeugen, mussten die Bewerber eine Strophe der Nationalhymne oder den Refrain eines bekannten Fußballsongs singen. Weitere Bedingungen für die Teilnahme: Die Einlaufkinder müssen ihren Wohnsitz in Deutschland oder Luxemburg haben, zwischen sechs und zehn Jahre alt sein, maximal 1,48 Meter groß - und "schulsporttauglich".

Großes Ziel: Wimbledon

Für Zoe kein Problem: Fußball spielt sie vor allem in ihrer Freizeit, meist im Mittelfeld und im Sturm. Noch lieber als das ist ihr aber der Tennisplatz. Sie spielt im Verein, ist Bezirksmeisterin in ihrer Region. Das Ziel nach dem EM-Finale ist daher auch schon klar: Ballkind in Wimbledon, sagt Zoe. "Oder selbst dort spielen." An wessen Hand die Neunjährige einlaufen wird, ist aber auch bei einem Sieg Deutschlands im Halbfinale noch nicht klar: Es gab zunächst keine Auskunft darüber, wer entscheidet, welches Kind mit welchem Spieler läuft.

Am Freitag geht es für Zoe und ihren Vater aber erstmal nach Köln und von dort weiter nach Paris, wo sie auf die anderen Einlaufkinder treffen. Am Abend vor dem Spiel wird im Stadion geprobt, damit beim Finale alle Schritte sitzen. Und was wird sie zu Müller oder Schweinsteiger sagen, wenn sie mit ihnen einlaufen darf? "Ich will fragen, ob ich ihr Trikot bekomme", sagt Zoe. Aber sie hat noch einen anderen Auftrag, wenn die Kamera im Stadion an ihr vorbeifährt: Eine Kusshand für die Mama, die mit Zoes jüngerer Schwester Aura zu Hause in Überlingen am Fernseher zuschaut.

(seeg/dpa)
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