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Fortuna Düsseldorf
Funkel geht gelassen ins "Endspiel"

Die Bilanz der Fortuna-Trainer seit 2003
Die Bilanz der Fortuna-Trainer seit 2003 FOTO: dpa, bt gfh
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat es selbst in der Hand. Ein Punkt bei Eintracht Braunschweig, und Friedhelm Funkels Mannschaft ist definitiv gerettet. Als Signal verlängerte Routinier Oliver Fink seinen Vertrag – auch für die 3. Liga. Von Bernd Jolitz

Der Klassenerhalt ist so gut wie geschafft – aber eben nur so gut wie. Deshalb wissen sie in Düsseldorf auch nicht so ganz genau, wie sie nun mit der Situation umgehen sollen. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn der MSV Duisburg seine drei Punkte und sechs Tore Rückstand auf die auf Platz 15 der 2. Bundesliga rangierende Fortuna ausgerechnet gegen Aufsteiger Leipzig wettmachen sollte. Oder wenn der FSV Frankfurt gegen 1860 München gar zehn Tore aufholte. Ausgeschlossen ist es jedoch nicht, und so haben Trainer Friedhelm Funkel und Sportdirektor Rachid Azzouzi die Marschroute ausgegeben, sich bis zum Abpfiff des Saisonfinales bei Eintracht Braunschweig (Live-Ticker, ab 15.30 Uhr) nur mit dieser Partie zu befassen.

"Wir haben eine gute Ausgangsposition, aber wir müssen sie durch unseren Willen und unser Auftreten auf dem Platz unterstreichen", fordert der erfahrene Coach. "Wir haben den Spielern in vielen Gesprächen ganz klar gemacht, dass jetzt auf unser gewonnenes Heim-Endspiel gegen Frankfurt das Auswärts-Endspiel in Braunschweig folgt. Wir wollen es unbedingt aus eigener Kraft schaffen – und ich bin optimistisch, dass wir das auch tun."

Um ein Signal für diese Zuversicht zu setzen, verlängerte am Freitag Oliver Fink, für Funkels Spielidee einer der wichtigsten Spieler, seinen Vertrag um zwei Jahre. "Fortuna ist inzwischen zu meinem Verein geworden", sagt der Mittelfeldspieler, dem ein gut dotiertes Angebot des Ligarivalen 1860 München vorlag. "Umso schöner ist es, dass ich an der Zukunft dieses einzigartigen Klubs weiterhin mitwirken kann." Und damit auch jedem klar ist, dass das keine Worthülsen sind, unterschrieb Fink auch für den Abstiegsfall.

Dass ein fast 34-Jähriger noch einen Zwei-Jahres-Vertrag erhält, ist nicht selbstverständlich im Profigeschäft, für Funkel jedoch gar kein Thema. "Olli ist topfit und austrainiert, er läuft mehr als jeder junge Kerl", erklärt der Trainer. "Man kann Fortuna nur gratulieren, dass er bleibt, denn Olli spielt nicht nur auf dem Platz eine entscheidende Rolle, sondern er ist auch als Mensch in der Kabine wichtig."

Auch für das "Endspiel" in Braunschweig setzt Funkel voll auf den Oberpfälzer, der seit sieben Jahren in Düsseldorf lebt. Beim 1:0 gegen Frankfurt spielte Fink als "hängende" Spitze hinter Kerem Demirbay. Beide sorgten in Co-Produktion für den Treffer, deshalb spricht vieles dafür, dass Funkel morgen bei diesem System bleiben wird.

Der Coach wird stets über die Zwischenstände in Duisburg und Frankfurt informiert sein, die Spieler jedoch nur über die Anzeigetafel. "Und das kriegt man gar nicht mit, wenn man richtig fightet", meint Funkel. "Die Jungs sollen ihr Ding machen. Sie werden auch nicht von ihrer Marschroute abgehen, falls sie in Rückstand geraten." Oder Duisburg führt – doch auch da ist Funkel zuversichtlich: "Leipzigs junge Spieler stecken schnell weg, wenn sie mal zwei Tage gefeiert haben. Sie wollen gewinnen – genau wie wir."

Quelle: RP
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