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Fortuna Düsseldorf
Funkel ist nun der Top-Favorit

Fotos: Friedhelm Funkel – Rekord-Aufstiegstrainer aus Neuss
Fotos: Friedhelm Funkel – Rekord-Aufstiegstrainer aus Neuss FOTO: dpa, Rolf Vennenbernd
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat Cheftrainer Marco Kurz entlassen, nun ist der Verein auf der Suche nach einem Nachfolger. Der große Favorit auf den Posten ist Friedhelm Funkel, der bereits vor einigen Monaten im Gespräch war.  Von Christoffer Kleindienst

Fortuna befindet sich in einer handfesten Krise. Wer es bis Sonntagmittag nicht wahrhaben wollte, sollte es spätestens seit der Verkündung der Fortuna, dass Cheftrainer Kurz beurlaubt wird, festgestellt haben. 81 Tage war der 46-Jährige lediglich im Amt, sieben Pflichtspiele lang betreute er nur das Team – die epische Trainersuche von 36 Tagen mündete somit in einer einzigen Enttäuschung. 

"Nach vier Niederlagen in Folge hat der Verein nun auf die Situation reagiert und wird zeitnah einen Nachfolger präsentieren", schreibt der Verein in seiner Pressemitteilung, zynisch könnte man fragen, wer sich dieses Pulverfass überhaupt antun wolle. Allerdings hat die Fortuna bereits einen aussichtsreichen Kandidaten in der Pipeline: Friedhelm Funkel ist der Top-Favorit auf den vakanten Posten.

 

Das Anforderungsporil eines "Feuerwehrmanns" erfüllt der Coach fraglos: Erfahren ist er, niemand im deutschen Fußball hat mehr Einsätze als Trainer und Spieler in den ersten zwei Ligen. Außerdem kennt er Krisensituationen wie in Düsseldorf. Trainer war er bei Traditionsklubs wie MSV Duisburg, Hansa Rostock, 1. FC Köln oder Hertha BSC – überzeugen konnte er allerdings vor allem in der 2. Bundesliga. Mit Köln (nach dem Abstieg), dem MSV und auch mit Eintracht Frankfurt feierte er den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Mit Bayer Uerdingen gelang ihm dieses Kunststück gleich zweimal (1992 und 1994). Beim VfL Bochum verpasste er in den Relegationsspielen gegen Borussia Mönchengladbach einen weiteren Coup. Mit Duisburg und Frankfurt erreichte er zweimal das Finale des DFB-Pokals.

Trotz dieser Erfolge gilt der mittlerweile 62-Jährige als Wandervogel: Im Laufe seiner Trainerkarriere war er bei neun Vereinen tätig, nur selten bleib er lange vereinslos. Wirklich enttäuschende Auftritte zeigte er dabei allerdings nur bei Hertha (Punkteschnitt von 0,94) und Alemannia Aachen (0,85), wo er von September 2011 bis April 2012 angestellt war.

Abschreckend sollte solch ein Lebenslauf auf Fortuna-Fans dennoch nicht wirken. Der Düsseldorfer Erfolgstrainer schlechthin, Norbert Meier, kam mit ebenso durchwachsenden Bilanzen zu der Fortuna. Bei Gladbach scheiterte dieser bereits nach elf Pflichtspielen, nach dessen Kopfstoß gegen Albert Streit als MSV-Trainer musste er erstmal wieder in der Regionalliga anheuern. Mit seinem Engagement in Düsseldorf rehabilierte er sich später ebenso spektakulär: Mit der Fortuna stieg er von der dritten Spielklasse bis in die Bundesliga auf.

Solche Erfolgsgeschichten verbieten sich derzeit bei den Düsseldorfern. Ein wenig Optimismus kann aber auch eine mögliche Verpflichtung Funkels, der als Aktiver jahrelang in den höchsten deutschen Spielklassen auflief, versprühen. Falls Funkel sich als passender "Feuerwehrmann" entpuppen sollte, bliebe nur noch die Frage, warum die Fortuna ihn nicht als Nachfolger von Frank Kramer präsentierte. Damals bot sich der Routinier an, die Düsseldorfer Verantwortlichen bevorzugten aber Kurz. Der Rest ist unrühmliche Vereinshistorie.

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