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| 17.36 Uhr

1:3 in Fürth
"Kollektives Versagen" in Fortunas Defensive

Fürth - Fortuna: Bilder
Fürth - Fortuna: Bilder FOTO: dpa, tim fdt
Greuther Fürth, bisher Schlusslicht der 2. Bundesliga, entthront den Spitzenreiter aus Düsseldorf mit einem verdienten 3:1 (2:0). In der Abwehrarbeit der Gäste stimmt überhaupt nichts. Von Bernd Jolitz, Fürth

Alte Zöpfe abschneiden – so lautete die Marschroute Fortuna Düsseldorfs, als die Mannschaft am Samstag das Flugzeug bestieg. Denn das Fürther Stadion am Ronhof, das sie über das Zwischenziel Nürnberg Airport ansteuerten, ist für die Rheinländer ein ganz mieses Pflaster.

Noch nie hatten sie in den sieben gemeinsamen Zweitligajahren mit der Spielvereinigung Fürth dort gewonnen, und daran änderte sich auch am Sonntag nichts: Der bisherige Tabellenletzte gewann 3:1, entthronte damit den Spitzenreiter aus der Landeshauptstadt, und das auch noch hochverdient.

"Wir haben schlecht gespielt, ohne Wenn und Aber"

"Wir haben sehr, sehr schlecht verteidigt", fasste Trainer Friedhelm Funkel zusammen. "Es war ein kollektives Versagen in der Defensive." Die Düsseldorfer Profis wollten weder ihrem Coach noch dem Offensichtlichen widersprechen. "Wenn du nicht zu hundert Prozent auf dem Platz bist, hast du in der Zweiten Liga gegen keine Mannschaft eine Chance", sagte der als Kapitän aufgelaufene Adam Bodzek. "Wir haben schlecht gespielt, ohne Wenn und Aber."

Fürth - Fortuna: Einzelkritik FOTO: dpa, tim fdt

Ob auch der zweite alte Zopf dranbleibt, hat Funkels Mannschaft nun selbst in der Hand. Die Pleite in Mittelfranken legte zumindest den Grundstein dafür, dass Fortuna zum fünften Mal in Folge eine Englische Woche in den Sand setzt. In den vergangenen beiden Spielzeiten patzte sie jedes der vier Male, wenn dreimal innerhalb von sieben Tagen um Punkte gekämpft wurde, stürzte stets in der Tabelle ab und gewann dabei nur eines der betroffenen zwölf Spiele.

Am Mittwoch im Heimspiel gegen Jahn Regensburg und am Samstag beim FC St. Pauli bedarf es einer ganz anderen Einstellung, wenn die Düsseldorfer diese schwarze Serie beenden wollen. Die Spieler wollen sich diesen Schuh jedoch gar nicht erst anziehen, sehen in der Situation eher eine Chance. "Die Englische Woche kommt uns jetzt gerade recht", sagte der diesmal enttäuschende Innenverteidiger Kaan Ayhan.

Torwart Wolf war noch der beste Fortune

Der Ex-Fürther Niko Gießelmann, der per Foulelfmeter das zwischenzeitliche 1:2 erzielte, ergänzte: "Gut, dass es am Mittwoch gleich weitergeht. Wir müssen das jetzt schnell analysieren und es am Mittwoch besser machen." In Fürth freilich stimmte defensiv so gut wie überhaupt nichts. Nach einer durchaus ansprechenden Anfangsphase, in der Fortuna jedoch zu nachlässig mit ihren Chancen umging, wurde sie offensiv immer lethargischer und in der Rückwärtsbewegung immer sorgloser.

Ein Beispiel dafür lieferte der zuletzt überragende Florian Neuhaus, der die anfangs sehr verunsicherten Fürther zwar häufig weit vorn mit seinem Pressing unter Druck setzte, dafür aber seine eigentlichen Defensivaufgaben krass vernachlässigte. Aber auch seine Mitspieler ließen den Mittelfranken viel zu viel Raum, bekamen keinen Zugriff in den Zweikämpfen und ließen den besten Gästespieler, Torhüter Raphael Wolf, schmählich im Stich.

Mit starken Paraden verhinderte der frühere Bremer eine noch deutlichere Pleite – hinzu kam noch Glück, dass der schwache Schiedsrichter Martin Petersen einen regulären Treffer von Tolcay Cigerci nicht anerkannte. Die Anmerkung, er habe sich diesmal ja richtig auszeichnen können, konterte Wolf knapp: "Okay, aber die anderen drei hätte ich auch gern gehalten."

Die Fans stehen hinter den Rot-Weißen

Immerhin: "Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Fortuna nicht", sangen die 1000 mitgereisten Düsseldorfer Fans, die ihrem Team damit zu Recht nicht den Kredit entzogen, den es sich mit dem glänzenden Saisonstart verdient hatte. "Über unsere Fans dürfen wir uns ganz sicher nicht beschweren", resümierte Bodzek. "Da müssen wir uns schon an die eigene Nase fassen. Schön, wie sie auf unser schwaches Spiel reagiert haben."

Fortunas Profis täten dennoch gut daran, am Mittwoch wieder ein anderes Gesicht zu zeigen.

 
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