1. Bundesliga 17/18
| 13.59 Uhr

Transfers beim Hamburger SV
Kühne lehnte Schweinsteiger und Dzeko ab

Hamburger SV: Klaus-Michael Kühne lehnte Bastian Schweinsteiger ab
Klaus-Michael Kühne beim Hamburger SV FOTO: dpa, chc lof
Düsseldorf. Klaus-Michael Kühne agiert seit Jahren als Retter in der Not für den Hamburger SV. Doch statt Aufschwung brachten seine hohen Investitionen den Verein nur näher an den Abgrund. Transfers wie Bastian Schweinsteiger oder Edin Dzeko soll er dabei abgelehnt haben. 

Als Unternehmer wurde er mit dem Logistikdienstleister Kühne + Nagel zum Milliadär. Doch als "Vereinsgönner" beim Hamburger SV ist sein Wirken bislang erfolglos – trotz hoher Summen, die er dem Verein mittlerweile zur Verfügung gestelt hat. Spielerverpflichtungen, Vereinsanteile und selbst den Stadionnamen – überall hat Klaus-Michael Kühne seine Finger im Spiel. 

Viele seiner Investionen wurden jedoch als Darlehen an den Verein abgewickelt. Eine Rückzahlung wurde an die Bedingung geknüpft, dass der HSV sich dreimal in sechs Jahren für den internationalen Wettbewerb qualifizieren würde, wie Kühne im Interview gegenüber der "Sport Bild" verriet. Ein Szenario, welches sich nie erfüllte. "Ich habe im Geiste bereits alles abgeschrieben", so Kühne, der nicht mehr an eine Zurückzahlung glaubt. 

"Eine zweite Macht hinter dem FC Bayern"

Mit seinen Investitionen hatte er einst großes vor mit dem HSV, "eine zweite Macht hinter dem FC Bayern" wollte er vorantreiben. "Leider hat das nicht geklappt. Im Gegenteil! Die Situation wurde sogar immer dramatischer", gab Kühne zu. 

Im Interview äußerte er sich auch zu einer kompletten Übernahme des Vereins, sollte irgendwann die 50+1-Regel aufgelöst werden. "Sollte es die Situation erfordern, wäre ich in einem echten Dilemma. Ich würde mich möglicherweise verpflichtet fühlen, aber ich würde es ungern tun", erzählte der 79-Jährige, dem jedoch eine Investorengruppe "symphatischer" wäre. 

"Die Fachleute entscheiden"

Den Vorwurf, er würde sich bereits zu sehr in die Belange des Vereins einmischen, weißt Kühne jedoch von sich: "Die Fachleute entscheiden. Und manchmal entscheiden sie leider falsch. Dann bin ich aufgewühlt und ärgere mich. Dann äußere ich mich hin und wieder, und auch das wird mir negativ ausgelegt. Das ist ein Teufelskreis."

Gerade in Bezug auf Spielerverpflichtungen wird sein Engagement jedoch häufig kritisch gesehen. Viele Shoppingtouren des Vereins in den vergangenen Jahren gingen nur über seine Geldschatulle, jüngst die Verpflichtungen zu Saisonbeginn von Filip Kostic (14 Millionen Euro, VfB Stuttgart) und Alen Halilovic (5,5 Millionen Euro, FC Barcelona).

Eine Finanzierung eines Spielers hängt am Ende auch immer von ihm ab. Einige große Namen habe er sogar schon abgelehnt. "Da waren aber auch die dollsten Namen im Gespräch. Schweinsteiger zum Beispiel. Oder Dzeko, der Stürmer von Wolfsburg. Aber das ist lange her", so Kühne.

(dbr)
 
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